Minimalismus nicht länger Trend! Verzicht wird überlebensnotwendig!

Ich finde es einigermaßen unerträglich, dass der Minimalismus, auch seitens der Medien, viel zu häufig noch als Trendthema behandelt und der als Minimalist in Erscheinung tretende Protagonist in seinen Bestrebungen, Ideen und Ansichten eher belächelt als bejubelt wird. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum möglichst wenig Musik-CDs, DVDs, Bücher, Klamotten oder sonst was zu haben. Viel mehr geht es um Ursache und Wirkung. Darum, durch Verzicht an den Stellschrauben des großen Gerechtigkeitsdefizits dieses Planeten zu drehen und das Ungleichgewicht ein wenig mehr in Waage zu bringen.

Schon lange brennt mir dieser Artikel auf der Seele, aber mir fehlte bislang der Mut zu einer deutlichen Stellungnahme. Kürzlich las ich jedoch ein Buch, dass mich zu gleichen Anteilen begeistert, aber auch schockiert hat. Dies nehme ich jetzt zum Anlass diesen Artikel voranzutreiben. Zu besagter Lektüre später mehr.

Die dringende Notwendigkeit von Verzicht

In Zeiten von Anschlägen, Flüchtlingsströmen, Klimakatastrophen und vieler anderer schlimmer Ereignisse sind wir voll von Beschwerde und Entsetzen über eben genau diese Dinge, ohne uns bewusst zu machen, dass eigentlich der Nichtverzicht unserer überreichen Gesellschaft hierfür die Verantwortung zu tragen hat. Im folgenden starte ich den Versuch, möglichst vereinfacht, zwei beispielhafte Zusammenhänge aufzuschlüsseln.

Fall 1

Unsere Smartphones beinhalten wertvolle und seltene Komponenten, die überwiegend im afrikanischen Kongo beschafft werden. Kobalt und Coltan sind bspw. wichtige Bestandteile unserer hochmodernen Handys. Von Kinderhänden in primitiven Minen mit bloßen Händen ausgegraben, wird der Rohstoff später an chinesische Produktionsfirmen geliefert. Die Erträge der Minen dienen den afrikanischen Warlords zur Finanzierung der Folgekonflikte des Bürgerkriegs. Kämpfe um Minen bestimmen den Alltag in den Abbaugebieten. Mehr dazu findest du u.a. hier…

Menschen flüchten aus Kriegsgebieten, wenn sie können. Und sie flüchten dahin, wo sie keinen Krieg vermuten, wenn sie können. Und manche schaffen es bis zu uns, also in die Länder, die maßgeblich daran beteiligt sind, dass diese Flüchtlinge keine Heimat mehr haben. Verzicht kann das beeinflussen. Muss es wirklich im zwei-Jahres-Takt das beste und hochentwickelste Highend-Smartphone im 4-stelligen Kostenbereich sein? Um dann was damit zu tun? Whatsappen? Facebooken? Bilder knipsen? Twittern? Ach ja, Telefonieren? Dieser Nichtverzicht führt zu Flüchtenden und finanziert Kriegsgebiete.

Fall 2

Öl und Erdgas sorgen seit Jahrzehnten für Krisenherde und Kriegsschauplätze – insbesondere im Nahen Osten. Auch der Syrienkrieg ist primär ein Rohstoffkrieg. Wer den Medien hier nach wie vor religiöse Beweggründe abnimmt, der recherchiert bitte folgenden Artikel in der Wirtschaftswoche! Und trotzdem wir täglich mit den brutalen Ereignissen – tausende Kilometer entfernt – konfrontiert werden, konsumieren wir weiterhin Plastiktüten und andere Kunststoffe wo es nur geht, fahren viele unnötige(!) Kilometer Auto und erdreisten uns sogar zu unserem puren Vergnügen in den Urlaub zu fliegen.

Jährlich verkraftet unser Planet über 30 Millionen Flüge. Das bedeutet den Verbrauch von über 1 Milliarde Liter Kerosin. Auf einem Flug von London nach Sydney werden pro Person 5 Tonnen CO2 ausgestoßen. (Mehr Zahlen und Fakten auf Wireless Life). Der Wohlstand und der Luxus den wir uns erdreisten ist, sicherlich nicht ausschließlich, aber mitverantwortlich für so manchen Kriegsschauplatz und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme. Verzicht kann zur Regulierung dieser Umstände beitragen. Warum in 2017 nicht mal ins schöne Bayern fahren, oder die Ostseeküste besuchen? Die Alpen zu Fuß überqueren oder Teile des Nordseeküstenradwegs erkunden? Auch das Bereisen angrenzender Länder per PKW hinterlässt einen deutlich besseren ökologischen Fußabdruck als der Flug in die DomRep oder nach Malle.

Es gibt sicher noch viele weitere Kausalketten. Die Überproduktion von Billigfleisch aus Massentierhaltung und dessen Vertrieb in die Entwicklungsländer bspw. Schreibt mir gerne weitere Kausalketten in die Kommentare oder verlinkt eure eigenen Blogbeiträge.

Was tun?

Zunächst einmal benötigen wir Weitsicht. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, dann habe ich den Eindruck, dass sich die wenigstens Gedanken um diese Themen machen, wofür ich durchaus auch Verständnis habe. Die Erkenntnis darüber, selbst Mitverursacher zu sein lähmt und kann schnell zu einer handlungsunfähigen Ohnmacht führen. Es ist belastend sich mit globalen Konfliktsituationen auseinanderzusetzen, weil man sie auf Anhieb nicht lösen können wird. Oft frage ich mich, ob die Leute wirklich nicht informiert sind, oder ob sie einfach nicht informiert sein wollen. Aus Angst die eigene Komfortzone zu sehr einschränken oder verlassen zu müssen.

Aber vielleicht ist genau diese Angst unbegründet. Wir brauchen Erfinder, die Produkte kreieren, die Verzicht gepaart mit gleichbleibendem Wohlstand, dann aber für alle(!), ermöglichen. Für mich ist das Tiny Living-Prinzip dbzgl. immer wieder ein Vorzeigebeispiel. Eingeschränktes aber dennoch komfortables Wohnen ist für einen Bruchteil dessen möglich, wie es jeder von uns heutzutage betreibt.

Darüber hinaus glaube ich, dass wir informiert sein müssen. Lieber abends mal die Flimmerkiste auslassen, sich nicht berieseln und stattdessen Hintergrundinformationen (siehe die Links aus den Kausalketten) recherchieren. Dinge verstehen, Zusammenhänge analysieren, nicht alles Vorgekaute übernehmen und glauben. Und wenn wir neue Erkenntnisse gewonnen haben, sollten wir sie im Freundes- und Verwandtenkreis teilen und diskutieren. Hier können wertvolle Ideen zu Projekten entstehen, die die Welt ein Stück weit verändern können.

Beweisführung anhand des Fußabdrucks

Hier das Ergebnis meines ökologischen Fußabdrucks. Gerade durchgeführt bei footprint-deutschland.de. „Dein ökologischer Fußabdruck ist 5.39 Hektar. Ein fairer Fußabdruck soll aber nur 1.8 Hektar groß sein. Denn wenn alle deinen Lebensstil haben, benötigen wir 2.99 Erden.“ Mir ist aber bewusst, dass wir nur diesen einen Planeten haben. Und ich kann nur schlecht mit Strategien wie ‚Nach mir die Sintflut‘ leben. Denn ich habe Kinder, die auch nach dem Jahr 2052 (dem prognostiziertem Ende der irdischen Ölvorkommen) noch Freude am Leben auf diesem Planeten haben sollen. An dieser Stelle möchte ich das ‚überlebensnotwendig‘ aus der Headline aufgreifen, denn hier wird deutlich, dass ich mehr reduzieren, noch minimalistischer werden und weiterhin an meinem Verzicht arbeiten muss, um meinen Fußabdruck zu verkleinern.

Ein weiterer Lösungsansatz: Das bedingungslose Grundeinkommen

Wie schon erwähnt: Wir brauchen Ideen und Lösungen. Dazu sind Menschen erforderlich, die sich diese Ideen und Lösungen ausdenken. Aber die meisten Menschen, die dieses Potential mitbringen, sind bereits in ihren ganz persönlichen Kontexten überlastet und haben nicht den Raum ihre Kreativität zu entfalten. Hier kann das bedingungslose Grundeinkommen für Entlastung sorgen und unbedingt benötigte Ressourcen freischaufeln.

Konsequenzen für mein Christsein

Als Christ darf ich wissen, dass wir in einer gefallenen Welt leben. Jesus hat versprochen, dass er wiederkommen und nicht nur uns, sondern die gesamte Schöpfung erlösen wird. Das schenkt mir Hoffnung und Zuversicht, gibt mir aber meiner Meinung nach nicht das Recht, die Hände in den Schoß zu legen und das Ende abzuwarten. Wir tragen dennoch Verantwortung. Als Christen sollten wir uns einmal mehr bewusst machen, dass wir unser Vergnügen auf Kosten anderer Ausleben.

Mein Pizza-Mann

…gönnt sich in der Winterpause einen stolzen Urlaub. Flug nach DomRep mit anschließender Kreuzfahrt durch die Karibik. Das ist so mit das ignoranteste und menschenunwürdigste was man heutzutage tun kann. Aber ich glaube, er ist sich dessen einfach nicht bewusst und es tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie ich ihm das anders näherbringen kann, als ihn bei der Finanzierung dieser Urlaube zukünftig nicht mehr zu unterstützen. Der Flug alleine… Dann die Kreuzfahrt… Kreuzfahrtschiffe mit tausenden von Passagieren produzieren Unmengen an Müll, die weder verbrannt, noch getrennt, sondern einfach mit einer riesigen, an Board befindlichen Müllpresse ins Meer gedrückt werden. Dann die Dominikanische Republik. Eine Insel, zwei Welten. Sterbende Kinder und feudales Strandleben liegen nur wenige Kilometer auseinander.

Die erwähnte Lektüre

Während des Schreibens habe ich mir überlegt, dass ich sie vorerst nicht nenne, sondern demjenigen der errät welches Stück Unterhaltungsliteratur diesen Artikel mit inspiriert hat, einen Buch7-Gutschein schenke. Die Auflösung folgt dann in ein paar Tagen.

Fazit

Ich wollte mir immer mal Kanada oder auch Alaska anschauen. Aber als ich vor ein paar Jahren verstanden habe, dass ein Flug dahin eine kleine ökologische Katastrophe zur Folge hat, habe ich diesen Traum verschoben. Ja! Nicht gestrichen, verschoben. Es geht nicht darum Spaß und Vergnügen vollends zu streichen. Es geht darum Lösungen oder Alternativen zu finden, die dieses Vergnügen wieder ermöglichen ohne dadurch an anderer Stelle diesen imensen Schaden auszulösen. Es gibt zahlreiche Beispiele für nahezu emissionsfreies Umdieweltreisen. Verzicht ist also gar nicht mal unbedingt immer der einzige Ausweg. Aber es ist eine einfache und konsequente Entscheidung. Bin ich nicht bereit zu verzichten, ist es wichtig die richtigen Alternativen zu finden und anzuwenden.

Flaggenquiz.eu – mein kleines online Flaggenquiz-Experiment

In unserem Kinderzimmer hängt eine TipToi-Weltkarte. Am unteren Rand sind die fast 200 Flaggen zu sehen, die die Länder bzw. Staaten unseres Planeten umfassen. Als ich die Karte damals aufhing, war ich schockiert wie wenige der Flaggen ich eigentlich kannte. Da ich mich aber total für Geografie, Landkarten, Länder, Städte, Flüsse, Gebirge und aber eben auch für die Flaggen dieser Welt interessiere, habe ich beschlossen, mir diese Kenntnisse spielerisch zu erarbeiten. Da ich aber genauso sehr schon immer mal selbst ein Spiel erstellen wollte, in welcher Form auch immer, habe ich kurzerhand hierzu ein neues Projekt gestartet.

Auch wenn bei weitem noch nicht fertiggestellt, aber dennoch bereits spielbar, findet ihr auf flaggenquiz.eu einen ersten Multiple Choice Test rund um die Flaggen dieser Erde. Testet euer Wissen anhand der zehn gestellten Flaggenquiz-Fragen und stellt fest, ob ihr es bis in den HighScore schafft.

Es sind weitere Flaggenquiz-Formate in Planung: Flaggen und ihre Hauptstädte, Flaggen und ihre Flüsse, In welchem Land liegt diese Stadt, usw. Außerdem sind verschiedene Schwierigkeitsgrade geplant. Aber ihr wisst ja, bracht alles seine Zeit.

Bei Gefallen könnt ihr das Projekt gerne durch Bannerklicks oder PayPal-Spenden unterstützen. Würde mich freuen.

LibreOffice Calc – kostenloses Haushaltsbuch 2017

Vor einigen Monaten haben wir mit der Testerei verschiedener Apps und Anwendungen begonnen, um die Einnahmen und Ausgaben unseres Privathaushaltes einfach und übersichtlich festzuhalten und veranschaulichen zu können. Die Vorteile eines Haushaltsbuches liegen auf der Hand. Auch wir als minimalistisch eingestellte Familie führen uns gerne Kosten verschiedenster Kategorien vor Augen, um einsehen zu können, wo eingespart werden kann und wo mehr dazu verdient werden muss.

Jahre miteinander vergleichen, die Summen einzelner Posten über Monate hinweg analysieren, durchschnittliche Kosten ermitteln, usw. Was hat uns in diesem Jahr das Auto gekostet? Wie viel das Haus? Haben wir uns zu oft eine Feierabend-Pizza gegönnt oder hätten wir sogar häufiger mal essen gehen sollen? Das und noch viel mehr leistet ein gutes Haushaltsbuch, ein Haushaltsplan.

Doch irgendwie sind wir mit den zur Thematik verfügbaren Apps nicht klar gekommen. Oft waren sie zu komplex in der Bedienung, zu unübersichtlich oder vielschichtig. Darüber hinaus ist die Buchführung von Finanzen irgendwie nichts, was wir gerne und guten Gewissens über die Cloud verwalten wollten.

Also sind wir irgendwann zurückgerudert, haben uns ein Vokabelheft mit Stift ins Auto gelegt und notieren dort alle mit Bargeld getätigten Ausgaben. Am Monatsende werden die Daten in eine ausgeklügelt aufbereitete LibreOffice-Calc-Tabelle eingepflegt (Ich liebe Tabellenkalkulationsprogramme) und um die Einnahmen und Ausgaben unserer Girokonten ergänzt.

Und genau diese Datei, schon komplett vorbereitet für das Jahr 2017, könnt ihr untenstehend downloaden, testen, ausreizen, was immer. Eine Anleitung findet ihr auf dem ersten Tabellenblatt der ods-Datei, wobei das meiste eigentlich selbsterklärend sein sollte. Verbesserungsvorschläge oder Bug-Meldungen nehme ich gerne entgegen, Fragen einfach unten in die Kommentare posten. Ob die Datei, insbesondere die Formen und Autovervollständigungen MS-Excel-kompatibel sind, müsste mal jemand testen.

 

Haushaltsbuch 2017 Download

 

Wichtig: Gefällt euch die Datei und solltet ihr sie für euch selbst nutzen können, freue ich mich über eine kleine Spende an mein Paypal-Konto. Das unterstützt mich darin Änderungswünsche sowie weitere Automatisierungen einfließen lassen zu können. Kein Paypal-Konto zur Hand? Dann freu ich mich auch über eine Postkarte! 😉

Review: Point Break

Seit mir vor ein paar Jahren die Info zu Ohren kam, dass einer der besten Filme des Surfkinos ein Remake erhalten sollte, freue ich mich auf einen gemütlichen Popcorn-Kinoabend zu Hause. Bin ja nicht mehr so der Filmegucker, aber für ein paar wenige Ausnahmen breche ich dann doch gerne die Regel. Wer allerdings für eine Qualitätseinstufung des Remakes das 1991er Original (Point Break – Gefährliche Brandung) von Kathryn Bigelow heranzieht, sollte sich vorab schon mal für einen weniger enttäuschenden Film danach entscheiden.

Im Original überzeugen Darsteller wie Keanu Reeves, Patrick Swayze, Garey Busey und Lori Petty, die damals schon echte Größen waren. Édgar Ramírez, Luke Bracey und Teresa Palmer aus dem neuen Streifen mag der eingefleischte Cineast zwar kennen, der breiten Masse aber eher weniger geläufig sein; was allerdings kein negativer Qualitätsfaktor sein muss.

Im ersten Point Break ist das FBI einer Diebesbande auf der Spur, die in der Kluft amerikanischer Ex-Präsidenten Banken ausraubt. Der frisch aus Quantico eingetroffene Agent Johnny Utah wird mit dem Fall betraut und in die örtliche Surferszene eingeschleust, da das FBI berechtigterweise in diesem Klientel die Gangster vermutet. Utah, körperlich zwar in bestechender Form aber alles andere als ein Extremsportler, erlernt mühsam das Surfen und schließt sich einer sympathischen Gruppe an, die von dem buddhistisch angehauchten Bodhi angeführt/inspiriert wird. Der hier aufgebaute Gewissenskonflikt, bestehend aus seiner Freundschaft zu Bodhi und dem Pflichtbewusstsein gegenüber dem FBI, bilden den Kern des Films.

Im neuen Film ist Utah bereits ein für seine YouTube-Veröffentlichungen angesagter und bekannter Extremsportler. Als er bei einem Unfall einen Freund verliert zieht er sich aus der Szene zurück und absolviert eine Ausbildung beim FBI. Während dieser Zeit findet eine Reihe spektakulärer Raubüberfälle statt. Utah tritt mit der Vermutung auf, dass es sich bei dieser Gruppe um Extremsportler handeln muss. Er erhält den Auftrag der Sache auf den Grund zu gehen und schafft es, sich der Gruppe um Bodhi anzuschließen.

Den weiteren Verlauf der beiden Filme möchte ich nicht vorwegnehmen. Der erste Film zählt zu den wenigen großen Surfpublikationen, die Hollywood hervorgebracht hat. Der zweite Film hat jedoch kaum noch etwas mit Surfen zu tun. Extremsportarten wie das Big Wave Surfen, Free Solo Climbing, Snowboarden oder Proximity-Fliegen werden hinzugezogen und das ist es auch, was den Film meiner Meinung nach sehr unrealistisch macht. Niemand kann all diese Dinge in Perfektion beherrschen, was bei Utah und Bodhi allerdings der Fall zu sein scheint. Die Story leidet unter der Zurschaustellung der Extremsportszenen, so dass der Gewissenskonflikt kaum zum Tragen kommt. Ein bisschen lächerlich fand ich die Adaption einiger Szenen aus dem Original. Im ersten Film entkommt Bodhi Utah, der daraufhin seine Waffe verfeuert. Gleiches passiert in Film 2, allerdings in einem anderen und sehr viel weniger komplexen Zusammenhang.

Naja. Mein Tipp daher: Unbedingt auch das Original ansehen, dem man wirklich kaum anmerkt, dass es bereits vor 25 Jahren in den Kinos lief.

 

Review: Markus-Evangelium

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Gelegentlich (viel zu selten) schaff ichs dann doch mal ein Buch der Bibel zu lesen. In den letzten Monaten habe ich immer mal wieder zum Markus-Evangelium gegriffen. Für gewöhnlich habe ich einen Buntstift parat, der mir beim Kennzeichnen wichtiger Textpassagen behilflich ist. Nachfolgend eine Auswahl der Verse, die jetzt bunt sind. Teils kommentiert, teils ohne Worte:

  • Kapitel 1: Vers 18 – Sofort ließen die beiden Männer ihre Netze liegen und gingen mit ihm. Gelebter Minimalismus vor 2000 Jahren? Jesus stößt beim Jüngereinsammeln (Follower rekrutieren) auf die beiden Brüder Simon und Andreas. Als Fischer warfen sie gerade ihre Netze aus, als Jesus vorbeikam. Er fordert sie auf mit ihm zu gehen und sie tun es. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so schnell meine Prioritäten gewechselt zu haben.
  • 2:27 – Der Sabbat wurde doch für den Menschen geschaffen und nicht der Mensch für den Sabbat.
  • 4:18/19: Der von Disteln überwucherte Boden entspricht den Menschen, die zwar die Botschaft hören, aber die Sorgen des Alltags, die Verführung durch den Wohlstand und die Gier nach all den Dingen dieses Lebens ersticken Gottes Botschaft, so dass keine Frucht wachsen kann. Ich finde es erstaunlich, wie leicht sich oft manche Verse in die heutige Zeit übertragen lassen. „Sorgen des Alltags“, „Verführung durch Wohlstand“, „Gier nach Dingen“ – wie sehr bestimmen diese Faktoren, trotz konsumkritischer Lebensweise, heute meinen Alltag!
  • 4:24 – Eins steht fest: Mit dem Maßstab, den ihr an andere anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden.
  • 4:40 – Warum hattet ihr solche Angst? fragte Jesus seine Jünger. Habt ihr denn gar kein Vertrauen zu mir? (Als Jesus den Sturm besänftigte.)
  • 6:8/9 – Nehmt nichts mit außer einem Wanderstab! Ihr sollt kein Essen, keine Tasche und kein Geld bei euch haben. Nur Schuhe dürft ihr tragen, aber kein zweites Hemd mitnehmen. (Jesus schickt seine Apostel los.)
  • 8:36 – Denn was gewinnt ein Mensch, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst aber dabei Schaden nimmt?
  • 9:50 – Salz ist gut und notwendig, solange es wirkt. Wenn es aber fade geworden ist, wodurch soll es seine Würzkraft wiedergewinnen? Deshalb achtet darauf, dass man an euch die Wirkung des Salzes sieht. Haltet Frieden untereinander.
  • 10:15 – Wer sich die neue Welt Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, dem bleibt sie verschlossen.
  • 10:43 – Wer groß sein will, der soll den anderen dienen, und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen.
  • 12:44 – Die Reichen haben nur etwas von ihrem Überfluss gegeben, aber diese Frau ist arm und gab alles, was sie hatte – sogar das, was sie dringend zum Leben gebraucht hätte.

Natürlich gibt es viele weitere wichtige Verse im Markus-Evangelium. Für diese kurze Auswahl habe ich u.a. solcher herausgepickt, die sich auf Besitz, Überfluss, Minimalismus und Konsum beziehen. Viel Spaß beim Nachschlagen 😉

Bücherschreibfieber! Olivien (Jugendroman-Blogpublishing-Challenge)

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Vor nicht ganz zehn Jahren packte mich, wie auch heute noch so oft, das Bücher-Schreibfieber. Es entstand ein Skript für eine fünfteilige Jugend-Fantasy-Romanreihe, die (natürlich) nie so ganz fertig geworden ist. Geheimen Berichten zufolge hat mamadenkt vor wenigen Jahren ebenfalls einen Jugend-Fantasy-Roman geschrieben und sogar fertiggestellt. Von mir beauftragte Spione konnten in Erfahrung bringen, dass eine fehlende abschließende Korrekturlesung bislang die Einreichung des Skripts bei Verlagen/Literaturagenturen bzw. die Veröffentlichung über eine Selfpublishing-Plattform verhinderte. Ich glaube, dass da eine spannende Geschichte und ein gut geschriebenes Buch zu unrecht in einer Schublade darauf wartet, gelesen zu werden.

Daher veröffentliche ich nun mein altes Skript in unregelmäßigen Abständen Kapitel für Kapitel und fordere mamadenkt heraus, mit ihrem Buch genauso zu verfahren. Mögen unsere Leser entscheiden, welcher Buchvorlage sie den Vorzug geben! 😉 – Challenge accepted?

Meinem ersten Kapitel geht ein Prolog voran. Aber lest selbst:

Erschöpft stieß er die Tür zu seiner neuen Behausung auf. Es war noch früh am Morgen und aus den umliegenden Hütten erklang das rhythmische Schnarchen der friedlich schlafenden Dorfbewohner. Ein langsam durch den Frühtau wandernder Nebel lag über den umliegenden Wiesen und drang vorsichtig durch die offene Tür ins Innere der Hütte.

Er senkte den Kopf um nicht gegen den Türrahmen zu stoßen und betrat sein neues Reich. Es war bescheiden eingerichtet, aber das kannte er nicht anders. Zu seiner Linken stand ein Bett auf dem Lehmboden. Darüber waren zwei Regale angebracht, eins an der Längsseite und eins an der Kopfseite. Weiter hinten im Raum befanden sich ein Tisch und drei Stühle. Es gab eine kleine Kommode auf der eine silberne Schale mit Wasser und ein gefaltetes Handtuch bereit lagen.

Er stellte sein zerbrochenes Schild hinter die Tür und trat vor das Bett. Auf den Schaft seines riesigen Schwertes gestützt, nahm er vorsichtig Köcher und Bogen vom Rücken und schob es weit unter seine neue Schlafgelegenheit. Dann setzte er sich auf die etwas zu kleine Pritsche, legte die noch blutverschmierte Waffe neben sich und begutachtete seine wunden Hände.

Es war ein harter und unfairer Kampf gewesen, aber die Insel konnte erfolgreich verteidigt werden. Nun galt es auszuruhen, die neue Heimat zu erkunden und die Dorfbewohner kennenzulernen. Sein linker Flügel hatte einen mächtigen Schlag abbekommen und hing schlaff über der Bettdecke. Die weiteren Schnittwunden würden schnell verheilen, der Flügel jedoch bereitete ihm Sorgen.

Das laute Krähen eines Hahnes ertönte und aus den angrenzenden Behausungen klangen die ersten Geräusche zu ihm herüber. Er stieß sanft mit der Schwertspitze die Tür zu und legte sich hin. Die Arme vor der Brust verschränkt, die Hände zu Fäusten geballt in den Achselhöhlen vergraben. Wäre jemand bei ihm gewesen hätte er ein leises, fremdartiges Flüstern über seine Lippen kommen sehen, es aber nicht verstehen können.

Er war einer der größten Krieger, den die Welt je gesehen hatte… oder auch nicht gesehen hatte. Denn als Wächter der geheimen Inseln, bekamen ihn nur die wenigsten zu Gesicht.

Dies hier war seine zweite Insel. Olivien hatte sie sein Auftraggeber genannt. Er hoffte, dass Olivien noch lange friedlich schlafen und von einer erbarmungslosen Schlacht, wie die zuletzt erlebte, verschont bleiben würde. Fest stand, dass er Hilfe benötigen würde. Zu viele hatten im letzten Kampf ihr Leben gelassen oder böse Wunden in Kauf nehmen müssen. Er war gespannt darauf zu erfahren, wer ihm an diesem Ort zur Seite stehen würde. Doch dafür sollte später noch genug Zeit sein. Jetzt hieß es, wieder zu Kräfte zu kommen.

Er schloss die Augen und schlief sofort ein.

Faktoren für die Bewertung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Zunehmend stoße ich im Netz auf Artikel zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bspw. bei Johnny, mamadenkt oder auch in der Zeit. Ausführungen und (vor allem!) Kommentare hinterlassen bei mir den Eindruck, dass hierüber sehr pauschalisierend geschrieben, gedacht und geurteilt wird. Ich denke aber, dass keine familiäre Situation der anderen gleicht, dass jedes System individuell ist und in seinem ganz eigenen Kontext Mittel und Wege finden muss, um gesund funktionieren zu können. Seit einiger Zeit denke ich über verschiedene Faktoren nach, die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kennzeichnend sein könnten. Nachfolgend der Versuch, diese aufzuschlüsseln.

(Hinweis: U.U. sind die Faktoren total irrelevant, nicht vollständig oder was immer. Vielleicht nähere ich mich dem Thema auch von einer völlig falschen Seite. Umso mehr freu ich mich auf eure Reaktionen)

Faktor 1: Der Arbeitgeber
Ich weiß mich glücklicherweise in einem Beschäftigungsverhältnis, dass viel Flexibilität ermöglicht, das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Blick hat und im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten gesund fördert. Trotzdem gilt hier nicht entweder-oder. Es gibt Arbeitgeber die räumen den Angestellten alle erdenklichen Möglichkeiten ein und unterstützen zu 100%. Andere Arbeitgeber zeigen überhaupt kein Verständnis. Unterstützung hier also: 0%. Was ist mit Arbeitgebern, die gerne würden aber nicht können? Was ist mit Berufen in denen keine oder kaum Unterstützung möglich ist? Viele Arbeitgeber würden gerne 100% geben, können aber nur für 40, 60 oder 70% Zugeständnisse in Sachen qualitativer Familienzeit einräumen…

Faktor 2: Die familiäre Situation
Dieser Punkt kann in diverse Unterfaktoren gegliedert werden. Wahrscheinlich sind hier am ehesten messbare Werte zu finden. Wie viele Kinder gehören zur Familie? Wie alt sind die Kinder? Ist hier eher Entertainment oder logistisch-organisatorisches Zusammenleben erforderlich? Ist die Familie komplett/beide Elternteile noch da oder müssen darüber hinaus getrennte Haushalte berücksichtigt werden? Unsere Situation mit drei Kindern (Schule, Kiga, zu Hause) ist nicht unbedingt komplexer, aber dennoch ganz anders zu beurteilen, als die eines alleinerziehenden Elternteils mit 5 Kindern und pflegebedürftiger Oma im Gästezimmer oder einer dreiköpfigen Familie in der nur der Papa/nur die Mama arbeiten geht und zu deren Haushalt darüber hinaus noch ein hochaktives, frisch verrentnertes Oma-Opa-Pärchen gehört.

Faktor 3: Prägung und Werte des familiären Systems
Aus welchen Kontexten ist die Familie zusammengesetzt? Wie haben die Eltern der Eltern Vereinbarkeit gelebt? Inwiefern wurden Werte auf die Kinder übertragen? Ist bei beiden Elternteilen überhaupt Bedarf an einem Mehr an Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorhanden? Muss es so sein, dass der Vater der Hauptverdiener ist oder wäre es auch andersherum denkbar?

Faktor 4: Netzwerk
Je nachdem wie das Thema Vereinbarkeit angedacht wird, kann auch das Netzwerk, bestehend aus Familie, Freunden und Nachbarn, einen tragenden Faktor darstellen. Wird Vereinbarkeit von Familie und Beruf primär als Entlastung für die Familie behandelt, kann die Zeit die der Berufstätige mit der Familie verbringt qualitativ ganz anders gefüllt sein, wenn ein unterstützendes Netzwerk die Familie in den Zeiten trägt, in denen der Berufstätige (noch) nicht da ist.

Faktor 5: Ortsbedingte Gegebenheiten
Ich würde vermuten, dass in Ballungszentren sehr viel eher die Möglichkeit gegeben ist, einen Stellenwechsel zu erzwingen. Bspw. dann, wenn ein alternativer Arbeitgeber gefunden werden muss, der Vereinbarkeit besser unterstützt, als der gegenwärtige. Aber auch messbare Faktoren spielen hier eine Rolle: Wie weit sind/Wie lange dauern die Wege zur Arbeit und nach Hause? Habe ich einen Arbeitgeber, der mir aus Gründen der Vereinbarkeit bei wenig Wochenstunden ein verhältnismäßig hohes Gehalt anbieten kann, muss dafür aber Anfahrtswege von mehr als zwei Stunden in Kauf nehmen, bleibt für gelebte Vereinbarkeit zu wenig Zeit. Betreibt der Vater eine Schreinerei direkt neben dem Wohnhaus ist zwar eine direkte Nähe zur Familie gewährleistet, deren Wert aber sehr gering ausfällt, wenn der Betrieb mit über 70-Wochenarbeitsstunden am Leben gehalten werden muss. Wie nahe ist das Netzwerk? Großeltern 200 km weit entfernt oder im nächsten Haus/Dorf?

Faktor 6: Sonstige Voraussetzungen
Bleibt mir, aus welchen Gründen auch immer, nichts anderes übrig als zwischen Schichtdienst im Fastfood-Imbis, dem gelegentlichen Putzen diverser Gewerberäumlichkeiten oder dem unregelmäßigen Erteilen von Nachhilfeunterrichtsstunden zu jonglieren, kommt das Thema Vereinbarkeit vermutlich gar nicht erst auf den Tisch. Falls aber doch, bestehen kaum Möglichkeiten mit Arbeitgebern Kompromisse zu finden, da man aufgrund evtl. finanzieller Nöte froh ist, überhaupt Einnahmequellen zu haben. Kündigungen, Arbeitgeberwechsel oder die Arbeit vollständig an den Nagel zu hängen, sind eher schlechte Kompromisse.

Fazit
Ich muss ehrlich zugeben, dass es mir sehr schwer fällt, dieses Thema zu fassen und hier eindeutig Stellung zu beziehen. Wie wurde das Thema behandelt, als ich noch Kind war? Mein Pa ging arbeiten, meine Ma hat uns Kinder, den Haushalt später außerdem Oma und Opa und danach ihren Wiederberufseinstieg organisiert. Und soweit ich mich erinnern kann, war das eine allgemeingültige Situation unter 90% meiner Klassenkameraden. Von Vereinbarkeit hat da niemand gesprochen. Zumindest ich als Kind, habe das nicht als negativ empfunden. Auch wüsste ich nicht, dass mein Vater gesundheitliche Konsequenzen aus dieser Zeit in Kauf nehmen musste oder dass meine Mutter gerne eine andere Rolle gelebt hätte. Ich liebe, wertschätze und empfinde sehr viel Dankbarkeit gegenüber meiner Eltern und dem, was sie für uns Kinder geleistet haben. Ich würde mich nie erdreisten meinem Vater zu unterstellen, dass er gefälligst noch mehr Zeit mit mir hätte verbringen müssen. Schließlich ist er nicht seiner Freizeit nachgegangen, sondern hat sich um die Versorgung der Familie gekümmert. Ob er sich dabei selbstverwirklichen konnte oder besonders viel Spaß und Befriedigung in seinem Job gefunden hat, würde ich nicht unbedingt bestätigen. Es war eher neutral. Das, was getan werden musste.

Vorschlag
Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass eine Pauschalisierung des Themas Vereinbarkeit nicht möglich ist. Auch wehre ich mich dagegen, dass es tolle Vorzeigeeltern geben soll, die das ganze eben gut hinbekommen und solche Eltern, die gefälligst mal den *rsch hochkriegen, sich nicht mit Ausreden schmücken und an ihrer Situation schleunigst etwas verändern sollten. Oft sind es die äußerden Rahmenbedingungen, die Vereinbarkeit ermöglichen oder nicht. Der eigene Wille hin zu gelebter Vereinbarkeit mag allerdings ein entscheidendes Zugpferd sein, geb ich zu.

Was man bräuchte, wäre ein Informationsportal, in dem Arbeitgeber und Familien von Modellen und Methoden berichten, die bei ihnen gut funktionieren. Hier müsste ein Stöbern nach beispielhaften Situationen möglich sein, die sich Deckungsgleich zum eigenen Alltag gestalten und die Denkanstöße und Ideen liefern, das eigene Konzept dahingehend zu verändern/zu verbessern. Nach dem Motto: „Wir sind zu fünft, wir haben ein Haus, wir machen es so.“ Oder: „Ich bin alleinerziehend, habe zwei Kinder, ich mache es so.“ Oder: „Um das Thema Vereinbarkeit unter unseren Angestellten zu ermöglichen, haben wir das, das und das initiiert.“

Soweit ein paar Gedanken. Was denkt ihr? 😉