Fernsehen für und mit Kindern

Das Serien- und Filme-Angebot für die jüngeren Generationen ist tatsächlich enorm. (Manchmal fragt man sich, warum das so ist…) Wir haben unser TV-Equipment glücklicherweise vor langer Zeit abgeschafft (Einer meiner ersten Blogartikel vor gefühlten zich Jahren: HowTo – Fernseher abschaffen und dennoch fernsehen. Unsere Kinder wachsen daher alle ohne Fernsehgerät auf. Was allerdings nicht bedeutet, dass wir bei uns kein Fernsehen konsumieren. Im Gegenteil. Ich bin selbst ein echter Möchtegernserienjunkie, was dieser Artikelserie deutlich zu entnehmen ist.

Aber ich gucke sehr bewusst und zielgerichtet fern und verschwende ungern meine Zeit mit aufdringlichen Werbeunterbrechungen. Und das Werbefernsehen ist etwas, was ich meinen Kindern unbedingt ersparen möchte. (Die Antwort auf ein Warum sollte ich mir als u.a.-Minimalismus-Blogger schenken können, vielleicht hierzu aber später noch mal mehr.) Zum Glück ist das Werbeaufkommen bei Streaming-Anbietern oder Video-Portalen wie YouTube noch relativ überschaubar. Trotzdem sitze ich i.d.R. in Reichweite um ggf. direkt auf den ‚Werbung überspringen‘-Button klicken zu können.

Nachfolgend eine erste Übersicht an Filmen und Serien, die wir unsere Kinder gucken lassen, die wir aber auch gerne mit ihnen gemeinsam sehen. (Die Bilder sind direkt mit den amazon-Produkten verlinkt. Diese Links entspringen meiner PartnerNet-Anbindung.)


Fernsehserien für die Jüngsten (Kinder bis 3 Jahre)

Klar. In dem Alter ist Fernsehen eigentlich absolut nicht erforderlich. Aber wenn die älteren Geschwister was gucken wollen und dabei kleinere Kinder anwesen sind, muss IMO etwas taugliches/unkritisches her. Hier sind mir gute/sympathische Charaktere wichtig, keine bösen/beängstigenden Gegenparts und natürlich gehaltvolle und lehrreiche Inhalte.

Kleiner roter Traktor: Der geht wirklich immer. Jan und sein kleiner Traktor erleben ‚aufregende‘ aber an Spannung zu verkraftende Abenteuer. Nichtzuletzt der Knetfigurenoptik ist ein entschleunigtes Fernsehgucken zu verdanken. Die Länge der einzelnen Folgen ist ideal für ’schnell mal zwischendurch was gucken‘.

Feuerwehrmann Sam: Eigentlich identisch zum kleinen roten Traktor, auch in Sachen Machart der Serie. Sehr sympathische Charaktere, die den Kids in spannenden Geschichten außerdem ein erstes Sicherheitsverständnis vermitteln. Gute Lerneffekte also. Achtung: Die ersten Staffeln sind in Knetfigurenoptik produziert worden. Später gab es neue Staffeln/Folgen, die als 3D-Serie zu sehen waren. Auch nicht schlecht, Geschmackssache eben.

Yakari: Die gute alte Zeichentrickserie, basierend auf den Comicbüchern von Texter André Jobin und Zeichner Claude de Ribaupierre, erfreut sich in regelmäßigen Abständen noch immer über neue Folgen, die KIKA inzwischen sogar in HD ausstrahlt. Die spannenden Storys vermitteln den Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Tier und Natur.

Helden der Stadt: Diese, mittlerweile viele Millionen Klicks aufweisende Serie,  wurde uns kürzlich von YouTube vorgeschlagen. Anfangs taten wir uns etwas schwer, aber mittlerweile können wir auch hier guten Gewissens einen Daumen nach oben zeigen. Der Schwerpunkt der Zeichentrickserie liegt auf dem Thema Freundschaft und liefert hier gute Impulse. Als Erwachsener habe ich Introsong und Machart zu Beginn als etwas gewöhnungsbedürftig empfunden, aber die Kids fahren voll drauf ab und da es so herrlich entschleunigt erzählt ist, setz ich mich gerne dazu.

Fernsehen für Kinder bis 6 Jahre

Bei den in dieser Kategorie vorgeschlagenen Sendungen setzt sich unser Jüngster (<3 Jahre) auch gerne mal dazu. I.d.R. ist das Format aber eher zu lang oder nicht bunt genug. Daher wendet er sich bereits nach ein paar Minuten häufig lieber wieder seinem Spielzeug zu. Trotzdem zählen für mich hier ebenfalls die oben bereits erwähnten Werte. Sympathisch, gehaltvoll, nicht beängstigend.

Astrid Lindgren: Ich kenne nicht viele Kindersendungen, denen ich als Erwachsener soviel Wahrheitsgehalt und gesellschaftliche Weitsicht entnehmen kann, wie den Büchern oder den Fernsehsendungen von Astrid Lindgren, allen voran den Pippi Langstrumpf-Geschichten. Aber auch die Kinder von Bullerbü, Michel aus Lönneberga oder auch Lotta aus der Krachmacherstraße sind tolle Filme, die ich selbst gerne mit den Jungs gucke, um für einen Moment der Geschwindigkeit des Alltags zu entfliehen.

Der kleine Eisbär: Den kleinen Eisbären Lars kennt man in Auszügen aus der Sendung mit der Maus. Aber auch die Kinofilme sind sehr zu empfehlen. Lars erlebt die unterschiedlichsten Abenteuer und begibt sich dabei immer wieder in die Nähe des Menschen, der auf verheerende Weise in die Natur des Nordpols eingreift.

Lassi: Diese neue Zeichentrickserie haben wir kürzlich auf amazon Prime entdeckt. Zoe lebt mit ihrer Familie und der Hündin Lassi in einem amerikanischen Nationalpark. Gemeinsam mit ihrem Freund Harvey erlebt sie die spannendsten Abenteuer. Ähnlich wie bei Yakari liegt auch in dieser Serie der Fokus darauf, Mensch und Natur schätzen und schützen zu lernen. An die Originalfilme von früher kann ich mich nicht wirklich erinnern… Gehören die eurer Meinung nach in diese Aufzählung? Oder eher zu melodramatisch?

Chi Rho: In dieser Serie versucht ein Mädchen ihren Vater zu finden, der über eine Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist ist. Gemeinsam durchleben sie dort die Geschichten des alten und neuen Testaments. Schön, dass es eine kommerzielle Serie gibt (zuerst gesehen bei KIKA), die ein bisschen Bibelwissen vermittelt.

Der kleine Ritter Trenk (Serie): Den Kinofilm habe ich selbst noch nicht gesehen. Aber die Serie finde ich wirklich sehr gut. Der Zeichenstil unterscheidet sich von den meisten anderen aktuellen Serien. Ist aber total angenehm und schön anzusehen. Tolle fortlaufende Geschichte, nette Farben, tolle Haupcharaktere, Zusammenhalt und Freundschaft. Auch ganz gut finde ich Ritter Rost oder auch Mike der Ritter. Auch als Hörspiel zum Einschlafen zu empfehlen.

Petterson und Findus: Muss ich hier wirklich was zu schreiben? Jeder kennt den Schlapphut und den verzogenen Kater, oder? Beste schwedische Fernsehgeschichten! Auch sowohl als Buch oder Film zu empfehlen: Die Geschichten über Mama Muh.

Disney: …finde ich schwierig. Geschichten wie Tarzan, Dschungelbuch, König der Löwen gehen immer sehr krasse Verluste zu Beginn des Filmes voraus, die ich eigentlich als zu traurig und einnehmend für kleine Kinder empfinde. Auch, aber nicht ganz so dramatisch wird das Thema in den Filmen Rapunzel und Die Eiskönigin abgehandelt. Daher winke ich diese zwei Filme durch 😉 Nein. Ich bin nicht so der Disney-Gucker. Hier gibt es bestimmt noch viele weitere gute Empfehlungen. Einfach unten in den Kommentaren ergänzen.

Fernsehen für und mit Kindern zwischen 6 und 8 Jahren

Die letzte Stufe vor der FSK12-Abgrenzung. Dann kann ich mit dem großen endlich die alten James-Bond-Filme, Indiana Jones 3 und andere Filmgrößen gucken! 😉 Der große kommt abends schon mal mit runter und darf noch ein bisschen was gucken, wenn die kurzen im Bett sind. Harry Potter 1 (ab 6!) haben wir probiert, nachdem wir das Buch vorgelesen haben. War grenzwärtig. Zum mittlerweile auch nicht mehr ganz so neuen Karate Kid (auch ab 6), muss ich ihn regelrecht überreden. Echte Konfrontationen und Schlägereien sind noch ziemlich harter Tobak, denen er eher noch aus dem Weg geht. Hier daher seine Favoriten:

Dragons: Egal ob die zwei Kinofilme oder die dazugehörige Serie. Drachenzähmen leicht gemacht wird immer mal wieder gewünscht und ist ein echter Dauerbrenner. Guck ich auch gerne mit.

DinoTrux: Das Thema Dinos zieht sich bei uns nun schon über Jahre hin. Da gibt es viel was man zeigen und sicher auch empfehlen kann. In einem Land vor unserer Zeit, Im Reich der Giganten, aber eben auch die DinoTrux-Serie von Dreamworks. Zusammenhalt, Freundschaft, Rücksichtnahme. Prädikat: Durchaus unterhaltsam.

Lego (Chima): Lego gehört zu den Spielzeugherstellern schlechthin. Zu den einzelnen Produktserien keine TV-Sendungen bereitzustellen, wäre unterlassene Hilfeleistung. The LEGO Movie haben wir noch nicht gesehen. Ich hoffe auch drumrum zu kommen, da ich mir diese verbrickten Filme nicht so gerne anschaue. Bei Lego Chima hingegen, bekommt man kaum mit, dass es sich um eine Lego-Produktion handelt. Man achtet also weniger auf kleine Steinchen, sondert kann der im Fantasy-Genre angesiedelten Story gut folgen. Guck ich gerne mit.

Filme: Steht ein Popcorn-Kinoabend an, quälen wir uns meistens durch das breite Angebot und werden doch eher selten fündig. Was bei uns gut funktioniert hat sind Cars (Teil 1 und 2), Ice Age oder auch Nachts im Museum (Teil 1 und 2).

Fazit zum Thema Kinder und Fernsehen

Beim Erstellen der Liste sind mir immer wieder Sachen eingefallen, die wir auch schon angetestet haben (Chuggington, D’Artagnan, Dschungelbuch (Serie), u.v.m.). Vielleicht mache ich mir irgendwann mal die Mühe die Liste zu ergänzen. Gerne könnt ihr eure Vorschläge in die Kommentare posten, dann baue ich sie oben mit ein.

6 Comments

  1. Hallo Manuel,
    herzlichen Dank für diese phantastische Liste, insb. zu deiner Einschätzung zu „Eiskönigin“. Das schauen sehr viele Kinder und zwar sehr unreflektiert und durch Eltern unbegleitet. Ich bin in dem Bereich überhaupt nicht mehr auf dem Stand der Dinge, weil es einfach so endlos vieles gibt und sich die Filme im Laufe der Jahre dann auch noch so oft ändern. Da bin ich jetzt sehr froh, mal eine vernünftige Einschätzung zu lesen.

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    • Hallo Gabi, danke für deinen Kommentar! Auch die Eiskönigin kommt nicht ohne krasse Verluste aus. Allerdings passiert das eher beiläufig, wird in einem Lied kurz verarbeitet und bekommt nicht diesen heftigen Fokus, wie in anderen Disney-Filmen. Ich persönlich finde Rapunzel wirklich auch sehr gut. Die Charaktere sind schöner gezeichnet und unterm Strich muss ich einfach häufiger schmunzeln, also mehr Witz im Film. Wenngleich auch die Szenen mit der Hexe ziemlich düster sind. Würd ich mein Kind aber, zumindest beim ersten Mal, auch nicht alleine gucken lassen.

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  2. Danke für diesen tollen Artikel. Wir haben zwar noch keine Kinder, aber auch schon seit mittlerweile 6 Jahren keinen Fernseher mehr. Deswegen werden wir des Öfteren mit der Frage konfrontiert, wie wir das mal machen werden mit Kindern, die brauchen doch einen Fernseher usw. …
    Deswegen mache ich mir tatsächlich auch schon Gedanken, da ich mein Kind natürlich von nichts ausschließen möchte, über das sich andere Kinder unterhalten, mir aber auch nicht nur deswegen einen Fernseher anschaffen will, wo ich ihn doch so überhaupt nicht mag 😉
    Dein Artikel war für mich also sehr schön zu lesen, da es offensichtlich auch mit Kindern ohne Fernseher geht 🙂
    Danke dafür!
    Anita

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    • Hallo Anita, vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich enorm, wenn dir der Artikel gefallen hat. 😉

      Also ehrlich gesagt, gibt es in unserem Bekanntenkreis eine ganze Menge Familien mit Kindern ohne Fernseher. Und das sind größtenteils Leute, die mit den Themen Minimalismus und Reduzieren gar nichts am Hut haben…

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  3. Hi Manuel,
    danke für die hilfreiche Liste! Frieda steht aktuell total auf „Helden der Stadt“
    Ich habe noch ein paar Ergänzungen, insbesondere für die Kleinsten:
    1.) Die Kinder von Bullerbü. TV Serie aus den 60er Jahren
    -> Kurze Episoden; sehr entschleunigt; angenehmer Umgangston, heile Welt im postiven Sinn 😉
    2.) Meine Freundin Conni
    -> Kurze Episoden; interessante Themen aus der Lebenswelt der Kinder (zB Zahnarztbesuch); angenehmer Umgangston
    3.) Leo Lausemaus
    -> kurze Episoden; harmlos

    Was wir uns ebenfalls gerne anschauen sind die „Sing Kinderlieder“ auf youtube.

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    • Hallo Isi, vielen Dank für deine Tipps (Ich muss die Liste echt unbedingt in regelmäßigen Abständen erweitern!). Bullerbü: super! Da guck ich mir gerne auch die Filme mit den Jungs an, weil richtig schön entschleunigt und es kommt immer Sommerurlaubsfeeling auf. Von Conni gibts auch Bücher, oder? Und hat die nicht sogar einen kleinen Bruder, von dem ebenfalls Bücher im Umlauf sind? Leo Lausemaus wird direkt morgen mal recherchiert! Bald mal einen Kinoabend für Frieda und die Jungs klar machen? 😉

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