Von Gabi und Christian – oder: der ganz persönliche StackOverflow

Noch vor wenigen Jahren wusste ich, auf mein Gedächtnis ist bedingungslos Verlass. Ich wunderte mich immer über Leute, die mir von Ereignissen drei oder vier Mal, manchmal nur wenige Wochen auseinander liegend, berichteten. ‚Könnte mir nie passieren‘, war ich der festen Überzeugung. ‚Ich weiß doch, was ich wem wann erzählt habe‘. Innerlich den Kopf schüttelnd lauschte ich geduldig den Wiederholungen.

Seit einiger Zeit merke ich, dass sich diese frühere Gewissheit immer mehr verflüchtigt. Es kommt nun doch schon mal vor, dass ich mir nicht zu hundert Prozent sicher bin, ob… Continue reading

Manuel reduziert

Es gibt für mich so viele Gründe, die mich dazu bewegen mein Leben reduzierter zu gestalten. Ich vermute, dass dieser eine Blogeintrag nicht ausreichen wird, sie alle im Einzelnen zu erläutern. Außerdem kommen andauernd weitere gute Gründe hinzu.

Angefangen hat alles vor ein paar Jahren. Eine Hauskreisbekanntschaft lebte (bewusst oder unbewusst, wie auch immer) einen sehr reduzierten Lebensstil. Bei ihr war es immer aufgeräumt, nicht zugestellt und trotzdem gemütlich. Wir hingegen standen in unserem kleinen angemieteten Fachwerkhäuschen und wunderten uns darüber, wie viele Gegenstände man in nicht ganz sieben Jahren Ehe zusammentragen kann. Garage voll, Keller voll und zwei Räume im Haus, die wir gegenüber uns besuchenden Freunden als Archive deklarieren mussten. Das hatte den Zweck, dass kein näheres Interesse daran bestand die Räume zu betreten und wir so nicht in Erklärungsnot gerieten, warum sich die Türen so schwer öffnen ließen.

Ich werfe mal ein paar Stichpunkte in den Raum, warum ich reduzieren toll finde oder wie reduzieren für mich funktioniert. Wie gesagt: Vielleicht ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt mal die Gelegenheit genauer drauf einzugehen. Ich freue mich aber natürlich trotzdem auch jetzt schon über euer Feedback zu den einzelnen Aspekten.

  • Reduziert Leben aus Loyalität gegenüber anderen Menschen, die gar keine andere Wahl haben, als ein reduziertes Leben zu führen.
  • Viel Besitz bedeutet, viel Zeit in Pflege und Administration dieses Besitzes zu investieren. Zeit, die ich stattdessen mit Familie, Freunden, Sport oder anderen Interessen füllen könnte.
  • Viel Besitz benötigt viel Raum/Platz. Platz muss gekauft, angemietet, beheizt, bestromt, gereinigt, was auch immer werden. Kosten, die mit weniger Besitz eingespart werden könnten.
  • Andere haben es vorgemacht, den Blick auf wesentlichere Dinge gelenkt und sind damit auch ganz gut gefahren (Jesus, sämtliche seiner Nachfolger, Ghandi, etc.).
  • Wenn alle weniger besitzen würden, müssten wir wieder mehr aufeinander zu gehen, um den verbleibenden Besitz miteinander zu teilen. Thema: Leben in Lebensgemeinschaften.
  • Reduzieren bedeutet für mich, vor allem auf Quantität zu verzichten. Nicht jedoch auf Qualität.
  • Reduzieren gilt nur für mich. Es ist toll, dass ich es mit meiner Frau teilen kann, aber ich würde es ihr oder auch unseren Kindern nie aufoktroyieren.
  • Weniger Besitz erhöht die Flexibilität. Wenn ich aus beruflichen, familiären oder welchen Gründen auch immer plötzlich an einen anderen Ort ziehen müsste, ist das mit weniger Zeug ein viel leichteres Unterfangen.

Fazit: Unser Häuschen ist nach wie vor ziemlich voll. Aber es sieht hier schon deutlich anders aus, als es noch vor einem Jahr der Fall war. Natürlich kommen Dinge hinzu, aber heute in der Regel nur noch unter der Prämisse, dass zuvor 3 oder 4 andere Gegenstände das Feld räumen. Wir gehen mittlerweile ganz anders einkaufen und überdenken Anschaffungen hinsichtlich Sinn bzw. Unsinn sehr viel gründlicher.