Von Gabi und Christian – oder: der ganz persönliche StackOverflow

Noch vor wenigen Jahren wusste ich, auf mein Gedächtnis ist bedingungslos Verlass. Ich wunderte mich immer über Leute, die mir von Ereignissen drei oder vier Mal, manchmal nur wenige Wochen auseinander liegend, berichteten. ‚Könnte mir nie passieren‘, war ich der festen Überzeugung. ‚Ich weiß doch, was ich wem wann erzählt habe‘. Innerlich den Kopf schüttelnd lauschte ich geduldig den Wiederholungen.

Seit einiger Zeit merke ich, dass sich diese frühere Gewissheit immer mehr verflüchtigt. Es kommt nun doch schon mal vor, dass ich mir nicht zu hundert Prozent sicher bin, ob… Continue reading

reduziert essen – von Schweinereien und Fußabdrücken

Wer jetzt denkt, er findet hier einen neuen Diätplan und eine neue Methode, das Schlankheitsideal unserer Gesellschaft zu erfüllen, den muss ich enttäuschen. Ich bin ein Mensch, der sehr gerne isst. Wer mich kennt, weiß, dass ich besonders um Torten, Kekse und Kuchen niemals einen Bogen machen würde.

Es geht mir nicht darum, unbedingt weniger zu essen, sondern vor allem bewusster zu essen, mit offenen Augen zu essen. Wo kommt das Essen her, das ich täglich auf dem Tisch habe? Unter welchen Bedingungen wird heutzutage produziert? Die Bauernhofidylle mit glücklichen Hühnern und freilaufenden Schweinen Continue reading

Projekt regionale Küche

Vor ein paar Wochen starteten wir in unserem Bekanntenkreis den Versuch, zwei Wochen lang ausschließlich Nahrungsmittel aus unserer Region (50km-Radius) zu kaufen und zu verzehren. Für jemanden wie mich, der regelmäßig zu außerregionalen Produkten wie Döner, Schokolade oder Pizza greift, brach da förmlich eine kleine Welt zusammen.

Aber es tat sich eine neue auf, genannt Region. Übervoll mit leckerem Gemüse, bereitgelegt in versteckten Dorfscheunen alias Hofläden, weit hinter dem Schatten der Discount-Riesen. Eier von Hühnern die man Continue reading

ALT – Zwischenbericht nach Monat 1

Vor einem guten Monat habe ich die AltersListenTechnik (ALT) als Maßnahme zu einem bewussteren Leben initiiert. Abhaken konnte ich bereits 2 Punkte, einen weiteren habe ich nachträglich umdefiniert und diverse LangZeit-Topics wurden in Angriff genommen. (Den aktuellen Zwischenstand könnt ihr dem Originalpost – oben verlinkt – entnehmen).

Derzeit ist die lange Liste noch erschreckend, aber 365 Tage sind viel Zeit, also bleibe ich zuversichtlich… 😉

Gut, dass die Liste auch einfache Punkte hat. Das 3,3 km barfuss laufen war bspw. nicht wirklich schwierig. Sehr viel mehr Biss erforderte das Laufen über die gleiche Distanz mit 2x5kg-Hanteln. In den Tagen zuvor hatte ich versucht mich mit 2x3kg-Hanteln an das ‚Wunschgewicht‘ heranzutasten. Das hinterließ zwar ordentlich Muskelkater aber ging verhältnismäßig gut. Mutig griff ich dann schließlich zu den 2 fast 6kg schweren Hanteln – um genau 5kg zusammenzustecken fehlten mir irgendwie die richtigen Scheiben – und hätte nach 200 Metern fasst wieder abgebrochen. Die Dinger zerrten so enorm an den Handgelenken, das tat echt weh. Aber ich wollte diesen Punkt abhaken und mich nicht später noch mal mit ihm auseinandersetzen müssen. Also ‚durchlief‘ ich einen krassen Motivationskampf und hab es dann irgendwie doch geschafft die 3,3 km mit den Gewichten zu laufen.

Krass. Ohne meine ALT-Liste wäre ich nie auf die Idee gekommen, hätte nie diese Erfahrung gemacht. Nach diesem Lauf bin ich schon einige Male wieder mit den 3kg-Hanteln gelaufen und habe echt Spaß an der Sache gefunden. Mit ein bisschen Training werde ich irgendwann vielleicht tatsächlich nochmal schwerere Gewichte antesten.

Ein Jahr lang bewusster Leben – Die Alterslistentechnik

Die Idee ist grundsätzlich relativ simple. Mit der Umsetzung könnte ich allerdings so meine Schwierigkeiten bekommen… 😉

Aber egal. Hier der Plan: Seit einigen Wochen bin ich 33 Jahre alt. Kürzlich kam mir die Idee, bis zum nächsten Geburtstag eine 33 Positionen umfassende Liste mit Dingen zu erstellen, die ich in diesen 365 Tagen versuche abzuarbeiten. Diese Dinge sind Ziele, Aktivitäten die mir Spaß machen, kleine Herausforderungen, Erfolge, was auch immer.

Klingt im ersten Moment nicht sehr reduziert? Stimmt. Warum also? Weil ich mir unter normalen Umständen nie die Zeit nehmen würde, diese mir augenscheinlich ‚gut-tuenden‘ Dinge zu tun. Wie wichtig ist es mir, meinen Alltag so zu gestalten, dass das bewusste Erleben der Dinge aus der Liste möglich wird? Was muss ich hierfür reduzieren? Was anders strukturieren? Wie ist das mit Familie und Beruf vereinbar?

Naja. Ich werde in der nächsten Zeit einfach mal über die einzelnen Erfolge berichten, warum ich sie aufgeschrieben habe und weshalb es mir wichtig war sie zu erreichen. Aber hier erst mal meine Liste:

  1. 3,3 km am Stück barfuß laufen
  2. 33 x 10 km laufen (2)
  3. 33 km am Stück laufen
  4. 3:33 h am Stück laufen
  5. 3,3 km mit zwei 5kg-Hanteln laufen
  6. 33 km an einem Tag wandern
  7. 3,3 km rudern
  8. 33 km rudern
  9. [Umformuliert:] Irgendetwas bauen (ursprünglich ‚Gitarre‘ bauen)
  10. Eine 33-DinA4-Seiten umfassende Geschichte schreiben
  11. 33 Liegestützen am Stück schaffen
  12. Ein Lied mit 33 Zeilen verfassen
  13. 3,3 km schwimmen
  14. An 33 Tagen das Auto nicht bewegen (3)
  15. An 33 Tagen mit dem Rad zur Arbeit fahren (6)
  16. 33 km radfahren
  17. 99 km radfahren
  18. 33 Kapitel in der Bibel bewusst lesen und verstehen
  19. 33 Tage ohne Computer
  20. 33 Tage ohne iPad
  21. 33 neue Blogbeiträge auf reduziert-leben.de (3)
  22. Eine Internetseite entwickeln/einrichten und verschenken
  23. Jemand Fremden 33,- EUR schenken
  24. 33 Dinge bei ebay versteigern (1)
  25. 33 Abende ohne Fernsehen
  26. 33 Tage ohne Süßigkeiten (3)
  27. 33 km auf dem Skateboard zurücklegen
  28. 33 x Gäste haben oder Freunde/Bekannte besuchen (3)
  29. 33 Filme gucken ohne dabei einzuschlafen (2)
  30. 33 Bücher lesen bzw. Hörbücher hören (2)
  31. 33 Comics lesen (4)
  32. 33x mit den Jungs Fußball spielen (1)
  33. 33x Gitarre spielen (2)

Einige Dinge auf der Liste klingen sehr unrealistisch. Sind sie auch. Aber es sind nur Ziele. Ich freue mich über das Erreichen jedes einzelnen Punktes. Dinge die ich nicht schaffe, werden mich nicht frustrieren, vielleicht schiebe ich sie einfach auf die Liste fürs nächste Lebensjahr.

Keine Ahnung ob das oben beschriebene Konzept in dieser Form bereits angewandt wird. Wenn euch das bereits geläufig sein sollte, dann informiert mich gerne. Und jetzt bin ich auf eure Listen gespannt! 🙂

Euch einen schönen Abend!

Ökoeffektivität //Cradle2Cradle (C2C)

Kürzlich fragte mich ein Kollege, ob ich mit dem Begriff Cradle2Cradle etwas anfangen könnte. Leider musste ich verneinen, aber mittlerweile bin ich informiert. 😉

Google liefert als erstes Suchergebnis einen Wikipedia-Link zur Ökoeffektivität. Hier der wohl entscheidende Satz: „Ökoeffektiv sind nach Braungart und McDonough Produkte, die entweder als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können oder als „technische Nährstoffe“ kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden.“

Weitere Informationen und Antworten auf die Frage ‚Was ist Cradle To Cradle‘ findet ihr auf cradletocradle.at. BuchTipps: Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisungen für das 21. Jahrhundert sowie Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle-Community.

Mein Arbeitskollege hat den Test gewagt und sich ein Cradle2Cradle-Shirt von Trigema geleistet. Bis jetzt sind sowohl am Shirt – noch am Kollegen – keinerlei Anzeichen die auf einen Kompostiervorgang zurückzuführen wären zu erkennen. 😉

Warum dieses Thema? Weil ein reduzierter Lebensstil oft zu einem bewussten Leben führt, oder mit diesem einhergeht. Darum. Und jetzt mal ehrlich! Wem ist der Begriff ‚Cradle2Cradle‘ vorher schon mal über den Weg gelaufen?