Review: Point Break

Seit mir vor ein paar Jahren die Info zu Ohren kam, dass einer der besten Filme des Surfkinos ein Remake erhalten sollte, freue ich mich auf einen gemütlichen Popcorn-Kinoabend zu Hause. Bin ja nicht mehr so der Filmegucker, aber für ein paar wenige Ausnahmen breche ich dann doch gerne die Regel. Wer allerdings für eine Qualitätseinstufung des Remakes das 1991er Original (Point Break – Gefährliche Brandung) von Kathryn Bigelow heranzieht, sollte sich vorab schon mal für einen weniger enttäuschenden Film danach entscheiden.

Im Original überzeugen Darsteller wie Keanu Reeves, Patrick Swayze, Garey Busey und Lori Petty, die damals schon echte Größen waren. Édgar Ramírez, Luke Bracey und Teresa Palmer aus dem neuen Streifen mag der eingefleischte Cineast zwar kennen, der breiten Masse aber eher weniger geläufig sein; was allerdings kein negativer Qualitätsfaktor sein muss.

Im ersten Point Break ist das FBI einer Diebesbande auf der Spur, die in der Kluft amerikanischer Ex-Präsidenten Banken ausraubt. Der frisch aus Quantico eingetroffene Agent Johnny Utah wird mit dem Fall betraut und in die örtliche Surferszene eingeschleust, da das FBI berechtigterweise in diesem Klientel die Gangster vermutet. Utah, körperlich zwar in bestechender Form aber alles andere als ein Extremsportler, erlernt mühsam das Surfen und schließt sich einer sympathischen Gruppe an, die von dem buddhistisch angehauchten Bodhi angeführt/inspiriert wird. Der hier aufgebaute Gewissenskonflikt, bestehend aus seiner Freundschaft zu Bodhi und dem Pflichtbewusstsein gegenüber dem FBI, bilden den Kern des Films.

Im neuen Film ist Utah bereits ein für seine YouTube-Veröffentlichungen angesagter und bekannter Extremsportler. Als er bei einem Unfall einen Freund verliert zieht er sich aus der Szene zurück und absolviert eine Ausbildung beim FBI. Während dieser Zeit findet eine Reihe spektakulärer Raubüberfälle statt. Utah tritt mit der Vermutung auf, dass es sich bei dieser Gruppe um Extremsportler handeln muss. Er erhält den Auftrag der Sache auf den Grund zu gehen und schafft es, sich der Gruppe um Bodhi anzuschließen.

Den weiteren Verlauf der beiden Filme möchte ich nicht vorwegnehmen. Der erste Film zählt zu den wenigen großen Surfpublikationen, die Hollywood hervorgebracht hat. Der zweite Film hat jedoch kaum noch etwas mit Surfen zu tun. Extremsportarten wie das Big Wave Surfen, Free Solo Climbing, Snowboarden oder Proximity-Fliegen werden hinzugezogen und das ist es auch, was den Film meiner Meinung nach sehr unrealistisch macht. Niemand kann all diese Dinge in Perfektion beherrschen, was bei Utah und Bodhi allerdings der Fall zu sein scheint. Die Story leidet unter der Zurschaustellung der Extremsportszenen, so dass der Gewissenskonflikt kaum zum Tragen kommt. Ein bisschen lächerlich fand ich die Adaption einiger Szenen aus dem Original. Im ersten Film entkommt Bodhi Utah, der daraufhin seine Waffe verfeuert. Gleiches passiert in Film 2, allerdings in einem anderen und sehr viel weniger komplexen Zusammenhang.

Naja. Mein Tipp daher: Unbedingt auch das Original ansehen, dem man wirklich kaum anmerkt, dass es bereits vor 25 Jahren in den Kinos lief.

 

Review: Markus-Evangelium

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Gelegentlich (viel zu selten) schaff ichs dann doch mal ein Buch der Bibel zu lesen. In den letzten Monaten habe ich immer mal wieder zum Markus-Evangelium gegriffen. Für gewöhnlich habe ich einen Buntstift parat, der mir beim Kennzeichnen wichtiger Textpassagen behilflich ist. Nachfolgend eine Auswahl der Verse, die jetzt bunt sind. Teils kommentiert, teils ohne Worte:

  • Kapitel 1: Vers 18 – Sofort ließen die beiden Männer ihre Netze liegen und gingen mit ihm. Gelebter Minimalismus vor 2000 Jahren? Jesus stößt beim Jüngereinsammeln (Follower rekrutieren) auf die beiden Brüder Simon und Andreas. Als Fischer warfen sie gerade ihre Netze aus, als Jesus vorbeikam. Er fordert sie auf mit ihm zu gehen und sie tun es. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so schnell meine Prioritäten gewechselt zu haben.
  • 2:27 – Der Sabbat wurde doch für den Menschen geschaffen und nicht der Mensch für den Sabbat.
  • 4:18/19: Der von Disteln überwucherte Boden entspricht den Menschen, die zwar die Botschaft hören, aber die Sorgen des Alltags, die Verführung durch den Wohlstand und die Gier nach all den Dingen dieses Lebens ersticken Gottes Botschaft, so dass keine Frucht wachsen kann. Ich finde es erstaunlich, wie leicht sich oft manche Verse in die heutige Zeit übertragen lassen. „Sorgen des Alltags“, „Verführung durch Wohlstand“, „Gier nach Dingen“ – wie sehr bestimmen diese Faktoren, trotz konsumkritischer Lebensweise, heute meinen Alltag!
  • 4:24 – Eins steht fest: Mit dem Maßstab, den ihr an andere anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden.
  • 4:40 – Warum hattet ihr solche Angst? fragte Jesus seine Jünger. Habt ihr denn gar kein Vertrauen zu mir? (Als Jesus den Sturm besänftigte.)
  • 6:8/9 – Nehmt nichts mit außer einem Wanderstab! Ihr sollt kein Essen, keine Tasche und kein Geld bei euch haben. Nur Schuhe dürft ihr tragen, aber kein zweites Hemd mitnehmen. (Jesus schickt seine Apostel los.)
  • 8:36 – Denn was gewinnt ein Mensch, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst aber dabei Schaden nimmt?
  • 9:50 – Salz ist gut und notwendig, solange es wirkt. Wenn es aber fade geworden ist, wodurch soll es seine Würzkraft wiedergewinnen? Deshalb achtet darauf, dass man an euch die Wirkung des Salzes sieht. Haltet Frieden untereinander.
  • 10:15 – Wer sich die neue Welt Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, dem bleibt sie verschlossen.
  • 10:43 – Wer groß sein will, der soll den anderen dienen, und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen.
  • 12:44 – Die Reichen haben nur etwas von ihrem Überfluss gegeben, aber diese Frau ist arm und gab alles, was sie hatte – sogar das, was sie dringend zum Leben gebraucht hätte.

Natürlich gibt es viele weitere wichtige Verse im Markus-Evangelium. Für diese kurze Auswahl habe ich u.a. solcher herausgepickt, die sich auf Besitz, Überfluss, Minimalismus und Konsum beziehen. Viel Spaß beim Nachschlagen 😉

Bücherschreibfieber! Olivien (Jugendroman-Blogpublishing-Challenge)

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Vor nicht ganz zehn Jahren packte mich, wie auch heute noch so oft, das Bücher-Schreibfieber. Es entstand ein Skript für eine fünfteilige Jugend-Fantasy-Romanreihe, die (natürlich) nie so ganz fertig geworden ist. Geheimen Berichten zufolge hat mamadenkt vor wenigen Jahren ebenfalls einen Jugend-Fantasy-Roman geschrieben und sogar fertiggestellt. Von mir beauftragte Spione konnten in Erfahrung bringen, dass eine fehlende abschließende Korrekturlesung bislang die Einreichung des Skripts bei Verlagen/Literaturagenturen bzw. die Veröffentlichung über eine Selfpublishing-Plattform verhinderte. Ich glaube, dass da eine spannende Geschichte und ein gut geschriebenes Buch zu unrecht in einer Schublade darauf wartet, gelesen zu werden.

Daher veröffentliche ich nun mein altes Skript in unregelmäßigen Abständen Kapitel für Kapitel und fordere mamadenkt heraus, mit ihrem Buch genauso zu verfahren. Mögen unsere Leser entscheiden, welcher Buchvorlage sie den Vorzug geben! 😉 – Challenge accepted?

Meinem ersten Kapitel geht ein Prolog voran. Aber lest selbst:

Erschöpft stieß er die Tür zu seiner neuen Behausung auf. Es war noch früh am Morgen und aus den umliegenden Hütten erklang das rhythmische Schnarchen der friedlich schlafenden Dorfbewohner. Ein langsam durch den Frühtau wandernder Nebel lag über den umliegenden Wiesen und drang vorsichtig durch die offene Tür ins Innere der Hütte.

Er senkte den Kopf um nicht gegen den Türrahmen zu stoßen und betrat sein neues Reich. Es war bescheiden eingerichtet, aber das kannte er nicht anders. Zu seiner Linken stand ein Bett auf dem Lehmboden. Darüber waren zwei Regale angebracht, eins an der Längsseite und eins an der Kopfseite. Weiter hinten im Raum befanden sich ein Tisch und drei Stühle. Es gab eine kleine Kommode auf der eine silberne Schale mit Wasser und ein gefaltetes Handtuch bereit lagen.

Er stellte sein zerbrochenes Schild hinter die Tür und trat vor das Bett. Auf den Schaft seines riesigen Schwertes gestützt, nahm er vorsichtig Köcher und Bogen vom Rücken und schob es weit unter seine neue Schlafgelegenheit. Dann setzte er sich auf die etwas zu kleine Pritsche, legte die noch blutverschmierte Waffe neben sich und begutachtete seine wunden Hände.

Es war ein harter und unfairer Kampf gewesen, aber die Insel konnte erfolgreich verteidigt werden. Nun galt es auszuruhen, die neue Heimat zu erkunden und die Dorfbewohner kennenzulernen. Sein linker Flügel hatte einen mächtigen Schlag abbekommen und hing schlaff über der Bettdecke. Die weiteren Schnittwunden würden schnell verheilen, der Flügel jedoch bereitete ihm Sorgen.

Das laute Krähen eines Hahnes ertönte und aus den angrenzenden Behausungen klangen die ersten Geräusche zu ihm herüber. Er stieß sanft mit der Schwertspitze die Tür zu und legte sich hin. Die Arme vor der Brust verschränkt, die Hände zu Fäusten geballt in den Achselhöhlen vergraben. Wäre jemand bei ihm gewesen hätte er ein leises, fremdartiges Flüstern über seine Lippen kommen sehen, es aber nicht verstehen können.

Er war einer der größten Krieger, den die Welt je gesehen hatte… oder auch nicht gesehen hatte. Denn als Wächter der geheimen Inseln, bekamen ihn nur die wenigsten zu Gesicht.

Dies hier war seine zweite Insel. Olivien hatte sie sein Auftraggeber genannt. Er hoffte, dass Olivien noch lange friedlich schlafen und von einer erbarmungslosen Schlacht, wie die zuletzt erlebte, verschont bleiben würde. Fest stand, dass er Hilfe benötigen würde. Zu viele hatten im letzten Kampf ihr Leben gelassen oder böse Wunden in Kauf nehmen müssen. Er war gespannt darauf zu erfahren, wer ihm an diesem Ort zur Seite stehen würde. Doch dafür sollte später noch genug Zeit sein. Jetzt hieß es, wieder zu Kräfte zu kommen.

Er schloss die Augen und schlief sofort ein.

Faktoren für die Bewertung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Zunehmend stoße ich im Netz auf Artikel zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bspw. bei Johnny, mamadenkt oder auch in der Zeit. Ausführungen und (vor allem!) Kommentare hinterlassen bei mir den Eindruck, dass hierüber sehr pauschalisierend geschrieben, gedacht und geurteilt wird. Ich denke aber, dass keine familiäre Situation der anderen gleicht, dass jedes System individuell ist und in seinem ganz eigenen Kontext Mittel und Wege finden muss, um gesund funktionieren zu können. Seit einiger Zeit denke ich über verschiedene Faktoren nach, die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kennzeichnend sein könnten. Nachfolgend der Versuch, diese aufzuschlüsseln.

(Hinweis: U.U. sind die Faktoren total irrelevant, nicht vollständig oder was immer. Vielleicht nähere ich mich dem Thema auch von einer völlig falschen Seite. Umso mehr freu ich mich auf eure Reaktionen)

Faktor 1: Der Arbeitgeber
Ich weiß mich glücklicherweise in einem Beschäftigungsverhältnis, dass viel Flexibilität ermöglicht, das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Blick hat und im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten gesund fördert. Trotzdem gilt hier nicht entweder-oder. Es gibt Arbeitgeber die räumen den Angestellten alle erdenklichen Möglichkeiten ein und unterstützen zu 100%. Andere Arbeitgeber zeigen überhaupt kein Verständnis. Unterstützung hier also: 0%. Was ist mit Arbeitgebern, die gerne würden aber nicht können? Was ist mit Berufen in denen keine oder kaum Unterstützung möglich ist? Viele Arbeitgeber würden gerne 100% geben, können aber nur für 40, 60 oder 70% Zugeständnisse in Sachen qualitativer Familienzeit einräumen…

Faktor 2: Die familiäre Situation
Dieser Punkt kann in diverse Unterfaktoren gegliedert werden. Wahrscheinlich sind hier am ehesten messbare Werte zu finden. Wie viele Kinder gehören zur Familie? Wie alt sind die Kinder? Ist hier eher Entertainment oder logistisch-organisatorisches Zusammenleben erforderlich? Ist die Familie komplett/beide Elternteile noch da oder müssen darüber hinaus getrennte Haushalte berücksichtigt werden? Unsere Situation mit drei Kindern (Schule, Kiga, zu Hause) ist nicht unbedingt komplexer, aber dennoch ganz anders zu beurteilen, als die eines alleinerziehenden Elternteils mit 5 Kindern und pflegebedürftiger Oma im Gästezimmer oder einer dreiköpfigen Familie in der nur der Papa/nur die Mama arbeiten geht und zu deren Haushalt darüber hinaus noch ein hochaktives, frisch verrentnertes Oma-Opa-Pärchen gehört.

Faktor 3: Prägung und Werte des familiären Systems
Aus welchen Kontexten ist die Familie zusammengesetzt? Wie haben die Eltern der Eltern Vereinbarkeit gelebt? Inwiefern wurden Werte auf die Kinder übertragen? Ist bei beiden Elternteilen überhaupt Bedarf an einem Mehr an Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorhanden? Muss es so sein, dass der Vater der Hauptverdiener ist oder wäre es auch andersherum denkbar?

Faktor 4: Netzwerk
Je nachdem wie das Thema Vereinbarkeit angedacht wird, kann auch das Netzwerk, bestehend aus Familie, Freunden und Nachbarn, einen tragenden Faktor darstellen. Wird Vereinbarkeit von Familie und Beruf primär als Entlastung für die Familie behandelt, kann die Zeit die der Berufstätige mit der Familie verbringt qualitativ ganz anders gefüllt sein, wenn ein unterstützendes Netzwerk die Familie in den Zeiten trägt, in denen der Berufstätige (noch) nicht da ist.

Faktor 5: Ortsbedingte Gegebenheiten
Ich würde vermuten, dass in Ballungszentren sehr viel eher die Möglichkeit gegeben ist, einen Stellenwechsel zu erzwingen. Bspw. dann, wenn ein alternativer Arbeitgeber gefunden werden muss, der Vereinbarkeit besser unterstützt, als der gegenwärtige. Aber auch messbare Faktoren spielen hier eine Rolle: Wie weit sind/Wie lange dauern die Wege zur Arbeit und nach Hause? Habe ich einen Arbeitgeber, der mir aus Gründen der Vereinbarkeit bei wenig Wochenstunden ein verhältnismäßig hohes Gehalt anbieten kann, muss dafür aber Anfahrtswege von mehr als zwei Stunden in Kauf nehmen, bleibt für gelebte Vereinbarkeit zu wenig Zeit. Betreibt der Vater eine Schreinerei direkt neben dem Wohnhaus ist zwar eine direkte Nähe zur Familie gewährleistet, deren Wert aber sehr gering ausfällt, wenn der Betrieb mit über 70-Wochenarbeitsstunden am Leben gehalten werden muss. Wie nahe ist das Netzwerk? Großeltern 200 km weit entfernt oder im nächsten Haus/Dorf?

Faktor 6: Sonstige Voraussetzungen
Bleibt mir, aus welchen Gründen auch immer, nichts anderes übrig als zwischen Schichtdienst im Fastfood-Imbis, dem gelegentlichen Putzen diverser Gewerberäumlichkeiten oder dem unregelmäßigen Erteilen von Nachhilfeunterrichtsstunden zu jonglieren, kommt das Thema Vereinbarkeit vermutlich gar nicht erst auf den Tisch. Falls aber doch, bestehen kaum Möglichkeiten mit Arbeitgebern Kompromisse zu finden, da man aufgrund evtl. finanzieller Nöte froh ist, überhaupt Einnahmequellen zu haben. Kündigungen, Arbeitgeberwechsel oder die Arbeit vollständig an den Nagel zu hängen, sind eher schlechte Kompromisse.

Fazit
Ich muss ehrlich zugeben, dass es mir sehr schwer fällt, dieses Thema zu fassen und hier eindeutig Stellung zu beziehen. Wie wurde das Thema behandelt, als ich noch Kind war? Mein Pa ging arbeiten, meine Ma hat uns Kinder, den Haushalt später außerdem Oma und Opa und danach ihren Wiederberufseinstieg organisiert. Und soweit ich mich erinnern kann, war das eine allgemeingültige Situation unter 90% meiner Klassenkameraden. Von Vereinbarkeit hat da niemand gesprochen. Zumindest ich als Kind, habe das nicht als negativ empfunden. Auch wüsste ich nicht, dass mein Vater gesundheitliche Konsequenzen aus dieser Zeit in Kauf nehmen musste oder dass meine Mutter gerne eine andere Rolle gelebt hätte. Ich liebe, wertschätze und empfinde sehr viel Dankbarkeit gegenüber meiner Eltern und dem, was sie für uns Kinder geleistet haben. Ich würde mich nie erdreisten meinem Vater zu unterstellen, dass er gefälligst noch mehr Zeit mit mir hätte verbringen müssen. Schließlich ist er nicht seiner Freizeit nachgegangen, sondern hat sich um die Versorgung der Familie gekümmert. Ob er sich dabei selbstverwirklichen konnte oder besonders viel Spaß und Befriedigung in seinem Job gefunden hat, würde ich nicht unbedingt bestätigen. Es war eher neutral. Das, was getan werden musste.

Vorschlag
Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass eine Pauschalisierung des Themas Vereinbarkeit nicht möglich ist. Auch wehre ich mich dagegen, dass es tolle Vorzeigeeltern geben soll, die das ganze eben gut hinbekommen und solche Eltern, die gefälligst mal den *rsch hochkriegen, sich nicht mit Ausreden schmücken und an ihrer Situation schleunigst etwas verändern sollten. Oft sind es die äußerden Rahmenbedingungen, die Vereinbarkeit ermöglichen oder nicht. Der eigene Wille hin zu gelebter Vereinbarkeit mag allerdings ein entscheidendes Zugpferd sein, geb ich zu.

Was man bräuchte, wäre ein Informationsportal, in dem Arbeitgeber und Familien von Modellen und Methoden berichten, die bei ihnen gut funktionieren. Hier müsste ein Stöbern nach beispielhaften Situationen möglich sein, die sich Deckungsgleich zum eigenen Alltag gestalten und die Denkanstöße und Ideen liefern, das eigene Konzept dahingehend zu verändern/zu verbessern. Nach dem Motto: „Wir sind zu fünft, wir haben ein Haus, wir machen es so.“ Oder: „Ich bin alleinerziehend, habe zwei Kinder, ich mache es so.“ Oder: „Um das Thema Vereinbarkeit unter unseren Angestellten zu ermöglichen, haben wir das, das und das initiiert.“

Soweit ein paar Gedanken. Was denkt ihr? 😉

Aktuelle Serienhighlights (Teil 3)

So. Abschließend der finale Artikel zu meinen aktuellen Serienhighlights. (Hier gehts zu Teil 1 und Teil 2). Vorweg schon mal ein kurzes Fazit: Mir ist aufgefallen, dass die Liste viel zu amerikanisch ist. Weil ich weiß, dass es gute europäische Alternativen gibt (bspw. die Brücke, Kommissarin Lund oder Luther), wird die nächste Serienliste bestimmt etwas abwechslungsreicher sein. Noch nicht gesehen aber auf der ToDo-Liste steht Breaking Bad und die Netflix-Serien Bloodline sowie Fargo. In letztere habe ich mal kurz reingeschaut und sie macht stark den Eindruck, als wenn sie sich sehr weit vorne einreihen wird. Aber jetzt zum Finale. Die Plätze 3 – 1:

Platz 3: Chicago Fire
Die Drama-Serie Chicago Fire erzählt die Geschichten der Feuerwehrmänner und -frauen des 51. Chicagoer Fire-Departments. Sowohl die täglichen Gefahren auf der Wache oder während des Einsatzes, als auch die vielen das Privatleben bestimmenden Faktoren. Die einzelnen Storylines umfassen einzelne, gerne aber auch mal mehrere Folgen oder aber ganze Staffeln. Bereits in der vierten Staffel hat mich bisher nicht eine Folge gelangweilt. Im Gegenteil: Die Spannung ist enorm und wird kontinuierlich aufrecht gehalten. Die Serie steht deswegen soweit vorne, weil wir sie beide total gerne sehen und anders als GoT, Vikings oder Banshee, nicht in erster Linie mein Interesse deckt. Super ist auch die Franchise-Idee der Produzenten. Mit Chicago Fire gestartet, gehören mittlerweile Chicago P.D., Chicago Med und Chicago Justice dazu. Die Handlungsstränge sind in Ansätzen miteinander verwoben und so tauchen Haupt- und Nebendarsteller aller Serien laufend auch in den anderen Franchise-Formaten auf. Kannte ich in dem Maße vorher noch nicht. Auch daher die gute Platzierung. Darüber hinaus sprechen ein weiteres Mal die vielen durchweg positiven Kundenrezensionen für sich.

 

Platz 2: Vikings
Vikings schaue ich erst seit Kurzem. Mittlerweile in Staffel 2 hat mich bisher jede Folge begeistert. Es gibt nicht viele Serien, die in Kino-Qualität auflaufen. Selbst Top-Quoten-Sendungen wie GoT merkt man an der ein oder anderen Stelle schon an, dass sie fürs Fernsehen produziert wurden. Vikings hat mich dbzgl. bislang nicht enttäuscht. Hinzu kommt, dass die Serie die unvergleichbare skandinavische Natur hervorragend visualisiert und mich daher ohnehin am Wickel hat. Vieles soll fiktiv sein, grob orientiert sich die Serie aber sehr wohl an historischen Begebenheiten. Die Story hat mich sofort an Stephen Lawheads Aidan oder auch an Jan Guillos Kreuzritter erinnert, mit die besten Bücher, die ich je gelesen habe. Etwas brutal zuweilen, aber das bleibt bei Wikingern wohl nicht aus… Aktuell bietet amazon die ersten vier Staffeln Prime-Mitgliedern kostenlos an.

Platz 1: All or Nothing
Über diese Sportdoku bin ich kürzlich zufällig beim Durchstöbern des amazon-Instant-Video-Apps gestoßen. Der Betrachter begleitet über 8 Folgen das NFL-Football-Team der Arizona Cardinals bei ihrem Versuch, in der Saison 2015/16 den SuperBowl zu gewinnen. Obwohl ich kein ausgewiesener Football-Fan bin hat mich die Serie ungemein gefesselt. Es ist Wahnsinn, was für ein Apparat hinter so einem Verein steht. Wieviel Trainer, Physiotherapeuten, Spieler und andere Personen involviert sind. Darüber hinaus die Komplexität des Spiels, das Studieren und Planen von Spielzügen. Natürlich wirft die Serie einen Blick hinter die Kulissen der Cardinals. Aber nicht nur das Unternehmen wird beleuchtet, auch das Privatleben einiger Spieler, Trainer und Manager wird dem Betrachter näher gebracht. All or Nothing für mich daher das beeindruckendste und auch bewegendste Serienereignis der verganenen Wochen. amazon-Prime-Kunden steht die Serie kostenlos zur Verfügung.

Meine aktuellen Serienhighlights (Teil 2)

Weiter gehts mit meinen aktuellen Serienhighlights. Im ersten Teil der Serienhighlights habe ich die Plätze 10 – 7 vorgestellt. Nachfolgend nun die Plätze 6 – 4. Noch einmal zur Erklärung: Diese Aufstellung orientiert sich nicht an aktuellen Sendeterminen. Auch ist sie keine Top-10 aller Serien, die ich jemals gesehen habe. Auch keine 2016er- oder 2015er-Liste. Es ist eine Übersicht der TV-Shows, von denen ich mir gelegentlich eine neue Folge zu Gemüte führe – entweder alleine oder gemeinsam mit meiner Frau.

Platz 6: Banshee – Small Town. Big Secrets
Banshee in die Liste mit aufzunehmen, kostete mich am meisten Überwindung. Die Serie ist brutal und erbarmungslos. Eine reine Männerserie, so liest man oft im Netz. Trotzdem ist die Story, wenn an manchen Stellen auch leicht überzogen, extrem spannend, die Charaktere sind super sympathisch und die Darsteller bestens gewählt. Ich finde häufig ist die Serienlänge ein Qualitätsmerkmal. Je weniger Folgen eine Staffel hat, umso besser die Serie. Banshee endet nach Staffel 4 und gerade mal 38 Folgen. Wirklich schade, weil ich gerne noch mehr über das Leben der ein oder anderen Person gesehen hätte.

Platz 5: Friday Night Lights
Go Panthers!! Friday Night Lights bildet die einzige Ausnahme in dieser Liste, wenn es um die Aktualität geht. Die letzte FNL-Folge der abschließenden 5. Staffel habe ich vor einigen Jahren gesehen. Trotzdem muss  sich bei mir irgendwie jede Serie mit dieser Football-High-School-Drama-Serie messen. Am meisten begeistern mich Geschichten, die das Leben schreibt, die realitätsnah und nicht überzogen sind. Genau das ist bei FNL der Fall. Es geht häufig, aber nicht ausschließlich um den begehrtesten Sport der USA. Das Schülerdasein, die familiären Verhältnisse, die Beziehungen unter den Spielern und zu anderen Schülern, die Konflikte mit denen sich Coach Taylor befassen muss, u.v.m. Peter Berg hat über fünf Staffeln hinweg Schauspieler aufgebaut, die man heute in Top Kinofilmen und anderen erstklassigen Serien bewundern kann. Die Serie basiert auf einer Bestsellerbuchvorlage von H.G. Bissinger und wurde ein paar Jahre vor Serienstart mit Billy Bob Thornton verfilmt.

Platz 4: The Good Wife
Über The Good Wife muss man wohl kaum weitere Worte verlieren. Bis jetzt hatten wir noch nicht die Gelegenheit uns der siebten und letzten Staffel zu widmen, aber es wird nicht mehr lange dauern. Bei uns kann es schon mal bis nach 21 oder sogar 22 Uhr dauern, bis wir uns vorm Notebook einfinden und eine oder mehrere Folge(n) anschauen. Einschlafen ist da bei mir unweigerlich vorprogrammiert. Egal ob Royal Pains, GoT oder was immer. Aber der Spannungsbogen der letzten Good Wife-Staffeln ist so dermaßen gespannt, dass ich gierig jede neue Folge verschlinge. Sehr hochwertiges Fernsehprogramm, was im übrigen auch Bewertungen und Auszeichnungen sowie Nominierungen bestätigen.

Soweit, so gut. Der finale Artikel ist bereits in Arbeit und erscheint in den nächsten Tagen. Ich wette keiner rechnet mit meinen Plätzen 3-1! 😉 – Schönen Abend euch!

Olympia Wettkampftag Nr. 5 – Tippspiel-Versuch?

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Heute (am 5. Wettkampftag der olympischen Spiele) haben die deutschen die Möglichkeit, in 7 Medaillenentscheidungen einzugreifen. Habt ihr Lust auf ein kleines Tippspiel? Postet einfach eure Tipps in die Kommentare.

  • Tipp 1: Die deutschen Radsportfrauen holen im Einzelzeitfahren eine Medaille – Ja oder Nein?
  • Tipp 2: Tony Martin gewinnt im Einzelzeitfahren die Goldmedaille – Ja oder Nein?
  • Tipp 3: Gewinnt Max Hartung eine Medaillie im Fechten? Wenn ja, welche? – Nein, Gold, Silber oder Bronze?
  • Tipp 4: Hannes Aigner wiederholt seine Bronzemedaille von London im Kayak-Einer – Ja oder Nein?
  • Tipp 5: Fußball: Die deutsche Elf gewinnt gegen Fidji und zieht in die KO-Phase ein – Ja oder Nein?
  • Tipp 6: Weltmeister Marco Koch wird seit über 100 Jahren erster deutscher Olympiasieger über 200m Brustschwimmen.
  • Tipp 7: Angelique Kerber zieht ins Halbfinale ein – Ja oder Nein?
  • Tipp 8: Laura Siegemund zieht ins Halbfinale ein – Ja oder Nein?