Fernsehen für und mit Kindern

Das Serien- und Filme-Angebot für die jüngeren Generationen ist tatsächlich enorm. (Manchmal fragt man sich, warum das so ist…) Wir haben unser TV-Equipment glücklicherweise vor langer Zeit abgeschafft (Einer meiner ersten Blogartikel vor gefühlten zich Jahren: HowTo – Fernseher abschaffen und dennoch fernsehen. Unsere Kinder wachsen daher alle ohne Fernsehgerät auf. Was allerdings nicht bedeutet, dass wir bei uns kein Fernsehen konsumieren. Im Gegenteil. Ich bin selbst ein echter Möchtegernserienjunkie, was dieser Artikelserie deutlich zu entnehmen ist.

Aber ich gucke sehr bewusst und zielgerichtet fern und verschwende ungern meine Zeit mit aufdringlichen Werbeunterbrechungen. Und das Werbefernsehen ist etwas, was ich meinen Kindern unbedingt ersparen möchte. (Die Antwort auf ein Warum sollte ich mir als u.a.-Minimalismus-Blogger schenken können, vielleicht hierzu aber später noch mal mehr.) Zum Glück ist das Werbeaufkommen bei Streaming-Anbietern oder Video-Portalen wie YouTube noch relativ überschaubar. Trotzdem sitze ich i.d.R. in Reichweite um ggf. direkt auf den ‚Werbung überspringen‘-Button klicken zu können.

Nachfolgend eine erste Übersicht an Filmen und Serien, die wir unsere Kinder gucken lassen, die wir aber auch gerne mit ihnen gemeinsam sehen. (Die Bilder sind direkt mit den amazon-Produkten verlinkt. Diese Links entspringen meiner PartnerNet-Anbindung.)

Fernsehserien für die Jüngsten (Kinder bis 3 Jahre)

Klar. In dem Alter ist Fernsehen eigentlich absolut nicht erforderlich. Aber wenn die älteren Geschwister was gucken wollen und dabei kleinere Kinder anwesen sind, muss IMO etwas taugliches/unkritisches her. Hier sind mir gute/sympathische Charaktere wichtig, keine bösen/beängstigenden Gegenparts und natürlich gehaltvolle und lehrreiche Inhalte.

Kleiner roter Traktor: Der geht wirklich immer. Jan und sein kleiner Traktor erleben ‚aufregende‘ aber an Spannung zu verkraftende Abenteuer. Nichtzuletzt der Knetfigurenoptik ist ein entschleunigtes Fernsehgucken zu verdanken. Die Länge der einzelnen Folgen ist ideal für ’schnell mal zwischendurch was gucken‘.

Feuerwehrmann Sam: Eigentlich identisch zum kleinen roten Traktor, auch in Sachen Machart der Serie. Sehr sympathische Charaktere, die den Kids in spannenden Geschichten außerdem ein erstes Sicherheitsverständnis vermitteln. Gute Lerneffekte also. Achtung: Die ersten Staffeln sind in Knetfigurenoptik produziert worden. Später gab es neue Staffeln/Folgen, die als 3D-Serie zu sehen waren. Auch nicht schlecht, Geschmackssache eben.

Yakari: Die gute alte Zeichentrickserie, basierend auf den Comicbüchern von Texter André Jobin und Zeichner Claude de Ribaupierre, erfreut sich in regelmäßigen Abständen noch immer über neue Folgen, die KIKA inzwischen sogar in HD ausstrahlt. Die spannenden Storys vermitteln den Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Tier und Natur.

Helden der Stadt: Diese, mittlerweile viele Millionen Klicks aufweisende Serie,  wurde uns kürzlich von YouTube vorgeschlagen. Anfangs taten wir uns etwas schwer, aber mittlerweile können wir auch hier guten Gewissens einen Daumen nach oben zeigen. Der Schwerpunkt der Zeichentrickserie liegt auf dem Thema Freundschaft und liefert hier gute Impulse. Als Erwachsener habe ich Introsong und Machart zu Beginn als etwas gewöhnungsbedürftig empfunden, aber die Kids fahren voll drauf ab und da es so herrlich entschleunigt erzählt ist, setz ich mich gerne dazu.

Fernsehen für Kinder bis 6 Jahre

Bei den in dieser Kategorie vorgeschlagenen Sendungen setzt sich unser Jüngster (<3 Jahre) auch gerne mal dazu. I.d.R. ist das Format aber eher zu lang oder nicht bunt genug. Daher wendet er sich bereits nach ein paar Minuten häufig lieber wieder seinem Spielzeug zu. Trotzdem zählen für mich hier ebenfalls die oben bereits erwähnten Werte. Sympathisch, gehaltvoll, nicht beängstigend.

Astrid Lindgren: Ich kenne nicht viele Kindersendungen, denen ich als Erwachsener soviel Wahrheitsgehalt und gesellschaftliche Weitsicht entnehmen kann, wie den Büchern oder den Fernsehsendungen von Astrid Lindgren, allen voran den Pippi Langstrumpf-Geschichten. Aber auch die Kinder von Bullerbü, Michel aus Lönneberga oder auch Lotta aus der Krachmacherstraße sind tolle Filme, die ich selbst gerne mit den Jungs gucke, um für einen Moment der Geschwindigkeit des Alltags zu entfliehen.

Der kleine Eisbär: Den kleinen Eisbären Lars kennt man in Auszügen aus der Sendung mit der Maus. Aber auch die Kinofilme sind sehr zu empfehlen. Lars erlebt die unterschiedlichsten Abenteuer und begibt sich dabei immer wieder in die Nähe des Menschen, der auf verheerende Weise in die Natur des Nordpols eingreift.

Lassi: Diese neue Zeichentrickserie haben wir kürzlich auf amazon Prime entdeckt. Zoe lebt mit ihrer Familie und der Hündin Lassi in einem amerikanischen Nationalpark. Gemeinsam mit ihrem Freund Harvey erlebt sie die spannendsten Abenteuer. Ähnlich wie bei Yakari liegt auch in dieser Serie der Fokus darauf, Mensch und Natur schätzen und schützen zu lernen. An die Originalfilme von früher kann ich mich nicht wirklich erinnern… Gehören die eurer Meinung nach in diese Aufzählung? Oder eher zu melodramatisch?

Chi Rho: In dieser Serie versucht ein Mädchen ihren Vater zu finden, der über eine Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist ist. Gemeinsam durchleben sie dort die Geschichten des alten und neuen Testaments. Schön, dass es eine kommerzielle Serie gibt (zuerst gesehen bei KIKA), die ein bisschen Bibelwissen vermittelt.

Der kleine Ritter Trenk (Serie): Den Kinofilm habe ich selbst noch nicht gesehen. Aber die Serie finde ich wirklich sehr gut. Der Zeichenstil unterscheidet sich von den meisten anderen aktuellen Serien. Ist aber total angenehm und schön anzusehen. Tolle fortlaufende Geschichte, nette Farben, tolle Haupcharaktere, Zusammenhalt und Freundschaft. Auch ganz gut finde ich Ritter Rost oder auch Mike der Ritter. Auch als Hörspiel zum Einschlafen zu empfehlen.

Petterson und Findus: Muss ich hier wirklich was zu schreiben? Jeder kennt den Schlapphut und den verzogenen Kater, oder? Beste schwedische Fernsehgeschichten! Auch sowohl als Buch oder Film zu empfehlen: Die Geschichten über Mama Muh.

Disney: …finde ich schwierig. Geschichten wie Tarzan, Dschungelbuch, König der Löwen gehen immer sehr krasse Verluste zu Beginn des Filmes voraus, die ich eigentlich als zu traurig und einnehmend für kleine Kinder empfinde. Auch, aber nicht ganz so dramatisch wird das Thema in den Filmen Rapunzel und Die Eiskönigin abgehandelt. Daher winke ich diese zwei Filme durch 😉 Nein. Ich bin nicht so der Disney-Gucker. Hier gibt es bestimmt noch viele weitere gute Empfehlungen. Einfach unten in den Kommentaren ergänzen.

Fernsehen für und mit Kindern zwischen 6 und 8 Jahren

Die letzte Stufe vor der FSK12-Abgrenzung. Dann kann ich mit dem großen endlich die alten James-Bond-Filme, Indiana Jones 3 und andere Filmgrößen gucken! 😉 Der große kommt abends schon mal mit runter und darf noch ein bisschen was gucken, wenn die kurzen im Bett sind. Harry Potter 1 (ab 6!) haben wir probiert, nachdem wir das Buch vorgelesen haben. War grenzwärtig. Zum mittlerweile auch nicht mehr ganz so neuen Karate Kid (auch ab 6), muss ich ihn regelrecht überreden. Echte Konfrontationen und Schlägereien sind noch ziemlich harter Tobak, denen er eher noch aus dem Weg geht. Hier daher seine Favoriten:

Dragons: Egal ob die zwei Kinofilme oder die dazugehörige Serie. Drachenzähmen leicht gemacht wird immer mal wieder gewünscht und ist ein echter Dauerbrenner. Guck ich auch gerne mit.

DinoTrux: Das Thema Dinos zieht sich bei uns nun schon über Jahre hin. Da gibt es viel was man zeigen und sicher auch empfehlen kann. In einem Land vor unserer Zeit, Im Reich der Giganten, aber eben auch die DinoTrux-Serie von Dreamworks. Zusammenhalt, Freundschaft, Rücksichtnahme. Prädikat: Durchaus unterhaltsam.

Lego (Chima): Lego gehört zu den Spielzeugherstellern schlechthin. Zu den einzelnen Produktserien keine TV-Sendungen bereitzustellen, wäre unterlassene Hilfeleistung. The LEGO Movie haben wir noch nicht gesehen. Ich hoffe auch drumrum zu kommen, da ich mir diese verbrickten Filme nicht so gerne anschaue. Bei Lego Chima hingegen, bekommt man kaum mit, dass es sich um eine Lego-Produktion handelt. Man achtet also weniger auf kleine Steinchen, sondert kann der im Fantasy-Genre angesiedelten Story gut folgen. Guck ich gerne mit.

Filme: Steht ein Popcorn-Kinoabend an, quälen wir uns meistens durch das breite Angebot und werden doch eher selten fündig. Was bei uns gut funktioniert hat sind Cars (Teil 1 und 2), Ice Age oder auch Nachts im Museum (Teil 1 und 2).

Fazit zum Thema Kinder und Fernsehen

Beim Erstellen der Liste sind mir immer wieder Sachen eingefallen, die wir auch schon angetestet haben (Chuggington, D’Artagnan, Dschungelbuch (Serie), u.v.m.). Vielleicht mache ich mir irgendwann mal die Mühe die Liste zu ergänzen. Gerne könnt ihr eure Vorschläge in die Kommentare posten, dann baue ich sie oben mit ein.

Feierabendgereime

Ein langer Arbeitstag findet sein Ende.
Der Feierabend signalisiert die Wende.
Nur Minuten bleiben für vier vereinsamte Zeilen,
daher werd ich sie direkt in mein Blog hineinschreiben.

Aber irgendwie komm ich gerad erst in Fahrt…
werden aus vier Zeilen vielleicht doch noch acht?
Nee, lieber nicht. Ich kann kaum noch klar denken
und sollte keine Gedanken an weitere Zeilen verschwenden.

Schlaft gut!

Facharbeit zum Thema Minimalismus

Im vergangenen Jahr wurde mein Blog von 4 Mädels gesichtet, die für eine Facharbeit zum Thema Minimalismus recherchierten. Die Fragen waren knallhart, gut durchdacht und zwangen mich über viele Dinge erneut nachzudenken und meine Prinzipien und Standpunkte ein weiteres Mal zu hinterfragen. Im Juli 2016 habe ich mit der Einverständnis von Henriette, Chiara, Gesine und Luise das Interview veröffentlicht.

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine Mail von den Vieren, die die fertige Facharbeit enthielt. Ich schlug ihnen vor die Arbeit über epubli bereitzustellen und so ein wenig Honorar für die vielen investierten Stunden einzustreichen, doch hier ein Zitat aus ihrer letzten Mail:

„Wir haben uns dazu entschlossen, unsere Arbeit als kostenlosen pdf-Download zur Verfügung zu stellen und es wäre super, wenn du deinen Blog dafür hergeben würdest. Das Ziel unserer Arbeit war es ja, Menschen über den Minimalismus zu informieren und ihnen die Grundlage für eigene Entscheidungen zu bieten. Deswegen möchten wir auch so viele Leute wie möglich erreichen. (Wir überlegen auch, eine Art „Fortsetzung“, nämlich die mündliche Verteidigung unserer Arbeit, die wir letzte Woche angetreten haben, ebenfalls zu verschriftlichen…)“

Die Arbeit wirkt so professionell, dass sie eher an eine Diplom- bzw. Masterarbeit erinnert und es würde mich nicht wundern, wenn hier ein neues Standardwerk zum Thema Minimalismus geschaffen wurde. Aber macht euch einfach selbst ein Bild: Download der Seminarfacharbeit Minimalismus als PDF (ca. 500 KB).

 

Über das Zuhause sein – Alltag mit Kindern teilen

Vor einigen Monaten haben verschiedene Gründe zu einer Reduzierung meines Angestelltenverhältnisses auf 50% geführt. Halbe Stelle. Im Gegenzug ist meine Frau auch auf Stellensuche gegangen und besetzt nun ebenfalls eine halbe Stelle. Zwei Tage in der Woche alleine zu Hause, mit phasenweise bis zu drei Kindern im Alter von 1 bis 7 Jahren. Kann nicht so schlimm werden, dachte ich mir. Meine bessere Hälfte hat es die letzten Jahre ja auch sehr gut gemeistert.

Das volle Programm

An einem der beiden Tage gehe ich das volle Programm. Von morgens halb neun bis abends um 22:30 Uhr. Bespaßung, Fütterung, Abholorganisation von Kindergarten sowie Schule, Mittagsschlaf des Jüngsten, nach Möglichkeit die Kinder an der frischen Luft bewegen, zur Nachmittagsentlastung ggf. Verteilung diverser Kinder an eventuell zur Verfügung stehende Babysitter, Wiedereinsammeln aller Kinder, Durchzählen, erneute Fütterung, Abendprogramm in Form von gemeinsamem Spielen mit anschließendem Insbettbringen der zwei Jüngsten, weiterführende Bespaßung für Fortgeschrittene (K1).

Läuft es richtig gut, sitz ich um 21:00 Uhr auf dem Sofa und bin in der Lage mich zu sammeln. Entweder ich konnte banale Nebenaktivitäten wie Küche in Schach halten/nach Gebrauch wieder in Schuss bringen, Wäsche waschen/aufhängen/abhängen/wegfalten/einsortieren, Wohnzimmer (mit teilintegrierten Spielestationen (Duploecke, Holzeisenbahnecke, Spielteppich, Leseecke, Malsachen aus mamadenkts Kreativschrank, usw.)) aufräumen irgendwie parallel abwickeln, andernfalls muss ich es jetzt noch tun. Oder ich unterlasse es, leg mich erledigt quer auf die Couch, nutznieße meinen Lieblingsstreaminganbieter und nehme in Kauf, dass Rage ein Trümmerfeld vorfindet und weinend wieder zurück zur Arbeit fährt.

Das halbe Programm

(Oh, draußen schneits! K3 schläft, K1 kann mal kurz iPad spielen, K2 ist bei einer Kindergartenfreundin – also raus Schnee schippen.) Wieder drin setze ich mich schnell vor den Rechner und versuche einen Artikel zu verfassen (diesen), den aufgrund der geringen Trafficzahlen meines nur rudimentär gepflegten SchaumImOhr-Blogs ohnehin kaum jemand lesen wird. Dann heißt es, in ähnlicher Manier wie gestern weiter machen, bis Rachel zwischen sechs und halb sieben zu uns stößt und wir gemeinsam Abendessen können.

Zu zweit ist man zu Hause weniger allein

Es macht einen enormen Unterschied, ob man zu Hause zu zweit ist oder alleine. Die Arbeit wird deswegen nicht weniger, aber sie kann geteilt werden und geht einem leichter von der Hand. Das ermöglicht ‚Spielraum‘, in dem man sich mehr und bewusster auf die Kids einlassen kann. Plötzlich ist Platz für eine 1:1-Betreuung in der man bspw. mit K1 sehr viel ruhiger und freundlicher Hausaufgaben machen kann, ohne permanent durchs Wohnzimmer hechten und einen der Übriggebliebenen davor retten zu müssen irgendwo runter zu fallen.

Während ich gestern versucht habe mit K2 Erdnussbutterkekse zu backen, wäre K3 beinahe zwei mal vom Stuhl geplumpst und K1 an der Suche nach seinem verschwundenen Geldbeutel fast verzweifelt. Alleine gleichzeitig 3 Kinder komplett anzukleiden, damit sie vom Draußenspielen im Schnee nicht klatschnass wieder zurück ins Haus kommen, ist schwieriger als… welchen Beruf übst du nochmal aus? Ziehe selbst einen Vergleich.

Die totale Unterschätzung des Zuhauseseins

Ich hatte gedacht, dass es entspannt sein würde zukünftig zwei Tage zu Hause zu sein. Das ist es auch, aber auf eine andere Art und Weise als erwartet. Ich kann meinen Tagesablauf sehr viel selbstbestimmter gestalten, auch wenn ich Termine einzuhalten habe und Pflichten erfüllen muss. Aber ich kann das meiste davon nackt, im Jumpsuit (wenn ich einen hätte) oder in Jogginghose absolvieren. Wenn mir alles zuviel wird, leg ich mich zehn Minuten auf die Couch und mach die Augen zu während sich der Rest mit Petterson und Findus vergnügt. (Tipp: Für den Fall, dass es dann immer noch nicht geht und die Augen eine noch längere Auszeit beanspruchen, vorsichtshalber schon mal zwei weitere Folgen in die Playlist packen.)

Aber körperlich sowie nervlich geht so ein Alltag natürlich nicht spurlos an einem vorüber. Das ist in jedem Fall anstrengend und oft spürt man erst abends, was man tagsüber eigentlich geleistet hat. (Noch ein Tipp: Wenn du ein erfolgreicher Blogger werden willst, setzt du dich jetzt noch hin und schreibst bis Mitternacht Beiträge, pflegst deine sozialen Kanäle/Kontakte und optimierst deine Seite. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Hut ab vor denen, die hierzu noch die Power und das Durchhaltevermögen haben.)

Direkter Vergleich

Ich habe also den direkten Vergleich. Berufsalltag vs. Zuhausealltag. Beides hat seine Vorzüge, beides kann aber auch anstrengend sein. Sonderbar, wenn dem nicht so wäre. Worauf ich aber eigentlich hinaus will ist, dass ich (jetzt) die Verwunderung und den Ärger darüber verstehe, warum das eine wertgeschätzt und honoriert/bezahlt, das andere übersehen oder als Selbstverständlichkeit betrachtet wird. Ideen wie das bedingungslose Grundeinkommen könnten hier für Entlastung und Wertschätzung sorgen.

Und eins sei abschließend noch gesagt: Ich liebe meine Kinder über alles. Geld kann das was ich tagtäglich an Liebe und Vertrauen von ihnen zurückbekomme nicht aufwiegen. Aber dafür dass wir drei tatkräftige Steuerzahler heranziehen, von denen K1 den Mars besiedeln, K2 das globale Müllproblem beseitigen und K3 uns endlich den Weltfrieden bringen wird, halte ich ein zusätzliches Zuhausegehalt durchaus für gerechtfertigt. 😉

Minimalismus nicht länger Trend! Verzicht wird überlebensnotwendig!

Ich finde es einigermaßen unerträglich, dass der Minimalismus, auch seitens der Medien, viel zu häufig noch als Trendthema behandelt und der als Minimalist in Erscheinung tretende Protagonist in seinen Bestrebungen, Ideen und Ansichten eher belächelt als bejubelt wird. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum möglichst wenig Musik-CDs, DVDs, Bücher, Klamotten oder sonst was zu haben. Viel mehr geht es um Ursache und Wirkung. Darum, durch Verzicht an den Stellschrauben des großen Gerechtigkeitsdefizits dieses Planeten zu drehen und das Ungleichgewicht ein wenig mehr in Waage zu bringen.

Schon lange brennt mir dieser Artikel auf der Seele, aber mir fehlte bislang der Mut zu einer deutlichen Stellungnahme. Kürzlich las ich jedoch ein Buch, dass mich zu gleichen Anteilen begeistert, aber auch schockiert hat. Dies nehme ich jetzt zum Anlass diesen Artikel voranzutreiben. Zu besagter Lektüre später mehr.

Die dringende Notwendigkeit von Verzicht

In Zeiten von Anschlägen, Flüchtlingsströmen, Klimakatastrophen und vieler anderer schlimmer Ereignisse sind wir voll von Beschwerde und Entsetzen über eben genau diese Dinge, ohne uns bewusst zu machen, dass eigentlich der Nichtverzicht unserer überreichen Gesellschaft hierfür die Verantwortung zu tragen hat. Im folgenden starte ich den Versuch, möglichst vereinfacht, zwei beispielhafte Zusammenhänge aufzuschlüsseln.

Fall 1

Unsere Smartphones beinhalten wertvolle und seltene Komponenten, die überwiegend im afrikanischen Kongo beschafft werden. Kobalt und Coltan sind bspw. wichtige Bestandteile unserer hochmodernen Handys. Von Kinderhänden in primitiven Minen mit bloßen Händen ausgegraben, wird der Rohstoff später an chinesische Produktionsfirmen geliefert. Die Erträge der Minen dienen den afrikanischen Warlords zur Finanzierung der Folgekonflikte des Bürgerkriegs. Kämpfe um Minen bestimmen den Alltag in den Abbaugebieten. Mehr dazu findest du u.a. hier…

Menschen flüchten aus Kriegsgebieten, wenn sie können. Und sie flüchten dahin, wo sie keinen Krieg vermuten, wenn sie können. Und manche schaffen es bis zu uns, also in die Länder, die maßgeblich daran beteiligt sind, dass diese Flüchtlinge keine Heimat mehr haben. Verzicht kann das beeinflussen. Muss es wirklich im zwei-Jahres-Takt das beste und hochentwickelste Highend-Smartphone im 4-stelligen Kostenbereich sein? Um dann was damit zu tun? Whatsappen? Facebooken? Bilder knipsen? Twittern? Ach ja, Telefonieren? Dieser Nichtverzicht führt zu Flüchtenden und finanziert Kriegsgebiete.

Fall 2

Öl und Erdgas sorgen seit Jahrzehnten für Krisenherde und Kriegsschauplätze – insbesondere im Nahen Osten. Auch der Syrienkrieg ist primär ein Rohstoffkrieg. Wer den Medien hier nach wie vor religiöse Beweggründe abnimmt, der recherchiert bitte folgenden Artikel in der Wirtschaftswoche! Und trotzdem wir täglich mit den brutalen Ereignissen – tausende Kilometer entfernt – konfrontiert werden, konsumieren wir weiterhin Plastiktüten und andere Kunststoffe wo es nur geht, fahren viele unnötige(!) Kilometer Auto und erdreisten uns sogar zu unserem puren Vergnügen in den Urlaub zu fliegen.

Jährlich verkraftet unser Planet über 30 Millionen Flüge. Das bedeutet den Verbrauch von über 1 Milliarde Liter Kerosin. Auf einem Flug von London nach Sydney werden pro Person 5 Tonnen CO2 ausgestoßen. (Mehr Zahlen und Fakten auf Wireless Life). Der Wohlstand und der Luxus den wir uns erdreisten ist, sicherlich nicht ausschließlich, aber mitverantwortlich für so manchen Kriegsschauplatz und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme. Verzicht kann zur Regulierung dieser Umstände beitragen. Warum in 2017 nicht mal ins schöne Bayern fahren, oder die Ostseeküste besuchen? Die Alpen zu Fuß überqueren oder Teile des Nordseeküstenradwegs erkunden? Auch das Bereisen angrenzender Länder per PKW hinterlässt einen deutlich besseren ökologischen Fußabdruck als der Flug in die DomRep oder nach Malle.

Es gibt sicher noch viele weitere Kausalketten. Die Überproduktion von Billigfleisch aus Massentierhaltung und dessen Vertrieb in die Entwicklungsländer bspw. Schreibt mir gerne weitere Kausalketten in die Kommentare oder verlinkt eure eigenen Blogbeiträge.

Was tun?

Zunächst einmal benötigen wir Weitsicht. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, dann habe ich den Eindruck, dass sich die wenigstens Gedanken um diese Themen machen, wofür ich durchaus auch Verständnis habe. Die Erkenntnis darüber, selbst Mitverursacher zu sein lähmt und kann schnell zu einer handlungsunfähigen Ohnmacht führen. Es ist belastend sich mit globalen Konfliktsituationen auseinanderzusetzen, weil man sie auf Anhieb nicht lösen können wird. Oft frage ich mich, ob die Leute wirklich nicht informiert sind, oder ob sie einfach nicht informiert sein wollen. Aus Angst die eigene Komfortzone zu sehr einschränken oder verlassen zu müssen.

Aber vielleicht ist genau diese Angst unbegründet. Wir brauchen Erfinder, die Produkte kreieren, die Verzicht gepaart mit gleichbleibendem Wohlstand, dann aber für alle(!), ermöglichen. Für mich ist das Tiny Living-Prinzip dbzgl. immer wieder ein Vorzeigebeispiel. Eingeschränktes aber dennoch komfortables Wohnen ist für einen Bruchteil dessen möglich, wie es jeder von uns heutzutage betreibt.

Darüber hinaus glaube ich, dass wir informiert sein müssen. Lieber abends mal die Flimmerkiste auslassen, sich nicht berieseln und stattdessen Hintergrundinformationen (siehe die Links aus den Kausalketten) recherchieren. Dinge verstehen, Zusammenhänge analysieren, nicht alles Vorgekaute übernehmen und glauben. Und wenn wir neue Erkenntnisse gewonnen haben, sollten wir sie im Freundes- und Verwandtenkreis teilen und diskutieren. Hier können wertvolle Ideen zu Projekten entstehen, die die Welt ein Stück weit verändern können.

Beweisführung anhand des Fußabdrucks

Hier das Ergebnis meines ökologischen Fußabdrucks. Gerade durchgeführt bei footprint-deutschland.de. „Dein ökologischer Fußabdruck ist 5.39 Hektar. Ein fairer Fußabdruck soll aber nur 1.8 Hektar groß sein. Denn wenn alle deinen Lebensstil haben, benötigen wir 2.99 Erden.“ Mir ist aber bewusst, dass wir nur diesen einen Planeten haben. Und ich kann nur schlecht mit Strategien wie ‚Nach mir die Sintflut‘ leben. Denn ich habe Kinder, die auch nach dem Jahr 2052 (dem prognostiziertem Ende der irdischen Ölvorkommen) noch Freude am Leben auf diesem Planeten haben sollen. An dieser Stelle möchte ich das ‚überlebensnotwendig‘ aus der Headline aufgreifen, denn hier wird deutlich, dass ich mehr reduzieren, noch minimalistischer werden und weiterhin an meinem Verzicht arbeiten muss, um meinen Fußabdruck zu verkleinern.

Ein weiterer Lösungsansatz: Das bedingungslose Grundeinkommen

Wie schon erwähnt: Wir brauchen Ideen und Lösungen. Dazu sind Menschen erforderlich, die sich diese Ideen und Lösungen ausdenken. Aber die meisten Menschen, die dieses Potential mitbringen, sind bereits in ihren ganz persönlichen Kontexten überlastet und haben nicht den Raum ihre Kreativität zu entfalten. Hier kann das bedingungslose Grundeinkommen für Entlastung sorgen und unbedingt benötigte Ressourcen freischaufeln.

Konsequenzen für mein Christsein

Als Christ darf ich wissen, dass wir in einer gefallenen Welt leben. Jesus hat versprochen, dass er wiederkommen und nicht nur uns, sondern die gesamte Schöpfung erlösen wird. Das schenkt mir Hoffnung und Zuversicht, gibt mir aber meiner Meinung nach nicht das Recht, die Hände in den Schoß zu legen und das Ende abzuwarten. Wir tragen dennoch Verantwortung. Als Christen sollten wir uns einmal mehr bewusst machen, dass wir unser Vergnügen auf Kosten anderer Ausleben.

Mein Pizza-Mann

…gönnt sich in der Winterpause einen stolzen Urlaub. Flug nach DomRep mit anschließender Kreuzfahrt durch die Karibik. Das ist so mit das ignoranteste und menschenunwürdigste was man heutzutage tun kann. Aber ich glaube, er ist sich dessen einfach nicht bewusst und es tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie ich ihm das anders näherbringen kann, als ihn bei der Finanzierung dieser Urlaube zukünftig nicht mehr zu unterstützen. Der Flug alleine… Dann die Kreuzfahrt… Kreuzfahrtschiffe mit tausenden von Passagieren produzieren Unmengen an Müll, die weder verbrannt, noch getrennt, sondern einfach mit einer riesigen, an Board befindlichen Müllpresse ins Meer gedrückt werden. Dann die Dominikanische Republik. Eine Insel, zwei Welten. Sterbende Kinder und feudales Strandleben liegen nur wenige Kilometer auseinander.

Die erwähnte Lektüre

Während des Schreibens habe ich mir überlegt, dass ich sie vorerst nicht nenne, sondern demjenigen der errät welches Stück Unterhaltungsliteratur diesen Artikel mit inspiriert hat, einen Buch7-Gutschein schenke. Die Auflösung folgt dann in ein paar Tagen.

Fazit

Ich wollte mir immer mal Kanada oder auch Alaska anschauen. Aber als ich vor ein paar Jahren verstanden habe, dass ein Flug dahin eine kleine ökologische Katastrophe zur Folge hat, habe ich diesen Traum verschoben. Ja! Nicht gestrichen, verschoben. Es geht nicht darum Spaß und Vergnügen vollends zu streichen. Es geht darum Lösungen oder Alternativen zu finden, die dieses Vergnügen wieder ermöglichen ohne dadurch an anderer Stelle diesen imensen Schaden auszulösen. Es gibt zahlreiche Beispiele für nahezu emissionsfreies Umdieweltreisen. Verzicht ist also gar nicht mal unbedingt immer der einzige Ausweg. Aber es ist eine einfache und konsequente Entscheidung. Bin ich nicht bereit zu verzichten, ist es wichtig die richtigen Alternativen zu finden und anzuwenden.

Flaggenquiz.eu – mein kleines online Flaggenquiz-Experiment

In unserem Kinderzimmer hängt eine TipToi-Weltkarte. Am unteren Rand sind die fast 200 Flaggen zu sehen, die die Länder bzw. Staaten unseres Planeten umfassen. Als ich die Karte damals aufhing, war ich schockiert wie wenige der Flaggen ich eigentlich kannte. Da ich mich aber total für Geografie, Landkarten, Länder, Städte, Flüsse, Gebirge und aber eben auch für die Flaggen dieser Welt interessiere, habe ich beschlossen, mir diese Kenntnisse spielerisch zu erarbeiten. Da ich aber genauso sehr schon immer mal selbst ein Spiel erstellen wollte, in welcher Form auch immer, habe ich kurzerhand hierzu ein neues Projekt gestartet.

Auch wenn bei weitem noch nicht fertiggestellt, aber dennoch bereits spielbar, findet ihr auf flaggenquiz.eu einen ersten Multiple Choice Test rund um die Flaggen dieser Erde. Testet euer Wissen anhand der zehn gestellten Flaggenquiz-Fragen und stellt fest, ob ihr es bis in den HighScore schafft.

Es sind weitere Flaggenquiz-Formate in Planung: Flaggen und ihre Hauptstädte, Flaggen und ihre Flüsse, In welchem Land liegt diese Stadt, usw. Außerdem sind verschiedene Schwierigkeitsgrade geplant. Aber ihr wisst ja, bracht alles seine Zeit.

Bei Gefallen könnt ihr das Projekt gerne durch Bannerklicks oder PayPal-Spenden unterstützen. Würde mich freuen.

LibreOffice Calc – kostenloses Haushaltsbuch 2017

Vor einigen Monaten haben wir mit der Testerei verschiedener Apps und Anwendungen begonnen, um die Einnahmen und Ausgaben unseres Privathaushaltes einfach und übersichtlich festzuhalten und veranschaulichen zu können. Die Vorteile eines Haushaltsbuches liegen auf der Hand. Auch wir als minimalistisch eingestellte Familie führen uns gerne Kosten verschiedenster Kategorien vor Augen, um einsehen zu können, wo eingespart werden kann und wo mehr dazu verdient werden muss.

Jahre miteinander vergleichen, die Summen einzelner Posten über Monate hinweg analysieren, durchschnittliche Kosten ermitteln, usw. Was hat uns in diesem Jahr das Auto gekostet? Wie viel das Haus? Haben wir uns zu oft eine Feierabend-Pizza gegönnt oder hätten wir sogar häufiger mal essen gehen sollen? Das und noch viel mehr leistet ein gutes Haushaltsbuch, ein Haushaltsplan.

Doch irgendwie sind wir mit den zur Thematik verfügbaren Apps nicht klar gekommen. Oft waren sie zu komplex in der Bedienung, zu unübersichtlich oder vielschichtig. Darüber hinaus ist die Buchführung von Finanzen irgendwie nichts, was wir gerne und guten Gewissens über die Cloud verwalten wollten.

Also sind wir irgendwann zurückgerudert, haben uns ein Vokabelheft mit Stift ins Auto gelegt und notieren dort alle mit Bargeld getätigten Ausgaben. Am Monatsende werden die Daten in eine ausgeklügelt aufbereitete LibreOffice-Calc-Tabelle eingepflegt (Ich liebe Tabellenkalkulationsprogramme) und um die Einnahmen und Ausgaben unserer Girokonten ergänzt.

Und genau diese Datei, schon komplett vorbereitet für das Jahr 2017, könnt ihr untenstehend downloaden, testen, ausreizen, was immer. Eine Anleitung findet ihr auf dem ersten Tabellenblatt der ods-Datei, wobei das meiste eigentlich selbsterklärend sein sollte. Verbesserungsvorschläge oder Bug-Meldungen nehme ich gerne entgegen, Fragen einfach unten in die Kommentare posten. Ob die Datei, insbesondere die Formen und Autovervollständigungen MS-Excel-kompatibel sind, müsste mal jemand testen.

 

Haushaltsbuch 2017 Download

 

Wichtig: Gefällt euch die Datei und solltet ihr sie für euch selbst nutzen können, freue ich mich über eine kleine Spende an mein Paypal-Konto. Das unterstützt mich darin Änderungswünsche sowie weitere Automatisierungen einfließen lassen zu können. Kein Paypal-Konto zur Hand? Dann freu ich mich auch über eine Postkarte! 😉